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Person in Schutzbekleidung mit Schutzhelm arbeitet in einer Raffinerie
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Energieversorgung

Informationen und Online-Tools für Unternehmen

Lesedauer: 5 Minuten

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01.04.2026

Die Energie-Versorgungssicherheit für Unternehmen in Österreich ist durch einen ausgeglichenen Energiemix hoch. Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien erfordert Investitionen in die Stromnetze. KMU können mit dem Gewerbe-Tarifpreiskalkulator den passenden Lieferanten finden. Einen schnellen Preisvergleich für die eigene Branche bietet der Energiepreis-Check für KMU.

Versorgungssicherheit 

Unternehmen können sich auf einen hohen Grad an Versorgungssicherheit verlassen. Dies wird mit einem ausgeglichenen Energiemix bei der Energieerzeugung sichergestellt, der neben erneuerbaren Energien auch auf konventionellen Energieträgern (u.a. Gas und Öl) beruht.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Versorgungssicherheit ist die Aufrechterhaltung eines sicheren und störungsfreien Netzbetriebs. Dazu gehört auch die laufende Wartung und Modernisierung der Netzinfrastruktur.

Grundversorgung

Die Grundversorgung im neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) ist ein zentraler Verbraucherschutzmechanismus, der sicherstellt, dass Haushaltskunden und Kleinunternehmen auch in schwierigen Situationen zuverlässig mit Strom beliefert werden. Das neue ElWG stärkt diesen Anspruch, indem es Energieversorger zu klaren, transparenten Bedingungen verpflichtet.

Lieferanten, zu deren Tätigkeitsbereich die Belieferung von Haushaltskunden zählt, sind verpflichtet, zu ihren geltenden Allgemeinen Lieferbedingungen und zum jeweiligen Preis von gegenüber Neukundinnen und Neukunden angebotenen Standardprodukten Haushaltskunden sowie Kleinunternehmen, die sich ihnen gegenüber auf die Grundversorgung berufen, mit Strom zu beliefern (Kontrahierungszwang). Es können Sicherheitsleistungen oder Vorauszahlungen und die Einrichtung von Prepaymentzählern verlangt werden.

Auffangversorgung

Die Auffangversorgung nach dem neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) dient als letzte Sicherheitsstufe im österreichischen Strommarkt und stellt sicher, dass Kunden auch dann weiterhin mit Strom beliefert werden, wenn ihr bisheriger Lieferant ausfällt – etwa durch Insolvenz, Entzug der Konzession oder Einstellung des Liefergeschäfts.

In solchen Fällen übernimmt automatisch ein gesetzlich bestimmter Auffangversorger, der von der Regulierungsbehörde E‑Control festgelegt wird. Dieser ist verpflichtet, die betroffenen Kunden unverzüglich, ohne Unterbrechung und zu klar definierten Bedingungen weiter zu beliefern. Die Preise orientieren sich dabei an einem regulierten Tarifrahmen, der Transparenz und Fairness gewährleisten soll. Die Auffangversorgung ist bewusst als temporäre Notversorgung ausgestaltet: Kunden sollen ausreichend Zeit erhalten, um einen neuen Liefervertrag am freien Markt abzuschließen, ohne Gefahr zu laufen, in dieser Übergangsphase ohne Strom dazustehen.  

Sicherstellung der Versorgung von größeren Unternehmen

Wie die jüngere Vergangenheit gezeigt hat, haben Unternehmen aufgrund der Unsicherheiten auf den Energiemärkten keinen Stromlieferanten gefunden bzw. neue Verträge nur zu – im Hinblick auf den Preis - „prohibitiven“ Konditionen angeboten bekommen. Ziel der Regelung des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes (ElWG) ist daher, die Stromversorgung von Unternehmen auch in volatilen Energiemarktsituationen sicherzustellen.

Auf die Kontrahierungspflicht können sich Endkunden mit einem Stromverbrauch bis zu 1 GWh berufen, die weder Haushaltskunden noch Kleinunternehmen sind und nachweisen können, dass sie von drei Lieferanten binnen zwei Wochen kein Angebot oder ein Angebot zu nicht angemessenen Preisen erhalten haben oder vom Lieferanten abgelehnt wurden. Der zugewiesene Stromlieferant ist verpflichtet, für die Laufzeit von mindestens sechs Monaten einen Stromliefervertrag zu Marktpreisen abzuschließen.

Blackout

Vor dem Hintergrund der Energiewende und der geopolitischen Krisen sollten Präventions- und Notfallmaßnahmen für den Fall eines Blackouts oder einer Energiemangellage angedacht werden.

Informieren Sie sich auf der Seite Blackout-FAQ für Unternehmen unter anderem über Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz und arbeitsrechtliche Aspekte sowie Leitfäden und Checklisten zum Thema Blackout. Auch die WKO bietet Hilfestellung mit einer Checkliste. Ähnliche Überlegungen wären aber auch bei Cyberattacken, Naturkatastrophen oder sonstigen Krisen anzustellen.

Netzinfrastruktur 

Der rasche Ausbau erneuerbarer Energien stellt die Stromnetze vor große Herausforderungen. Neue Möglichkeiten damit umzugehen, z.B. durch Verbesserung der Sektorintegration, müssen gefunden werden. Unternehmen und Haushalte finden auf ihren Energierechnungen neben den Kosten für Energie auch anteilig die Kosten für das Netz sowie Steuern und Zuschläge. Die WKÖ setzt sich für faire und leistbare Energiekosten ein, um die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen zu erhalten.

Österreichischer Netzinfrastrukturplan (ÖNIP)

Der vom Bundesministerium erstellte integrierte Österreichische Netzinfrastrukturplan (ÖNIP) soll mit Blick auf das Gesamtenergiesystem die konkreten Netzplanungen von Strom-Übertragungsnetzen, Gasnetzen im Bereich der Fernleitungen und der Netzebenen 1 und 2 sowie die Planung des Aufbaus einer Wasserstoff-Infrastruktur unterstützen.

Seine zusammenschauende Betrachtung trägt dazu bei, dass bei der Planung, Errichtung und dem Betrieb von Infrastruktur die spezifischen Wechselwirkungen erkannt und Synergien zwischen Energieträgern, Erzeugungs- und Verbrauchssektoren bereits in der Planungsphase von Energieinfrastrukturen genutzt werden, wie beispielsweise bei der Netzeinbindung von Elektrolyseprojekten. 

Gemeinsame Nutzung von Energie („energy sharing“)

Die gemeinsame Nutzung von Energie soll den bewussten Umgang mit Energie fördern und die regionale Wirtschaft stärken. Ziel ist es, die lokale Erzeugung und Nutzung (erneuerbarer) Energie zu erleichtern und für einen breiten Kreis von Endkundinnen und Endkunden finanziell attraktiv zu machen.

Die gemeinsame Nutzung von Energie kann mehr Resilienz gegenüber den Auswirkungen hoher und schwankender Großhandelspreise auf die Energiekosten der Verbraucher schaffen, stärkt die Position der Verbraucher und führt zu einer verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien, da zusätzliche private Investitionen mobilisiert und Vergütungspfade diversifiziert werden. Durch die Integration geeigneter Preissignale und Speicheranlagen kann die gemeinsame Nutzung von Strom dazu beitragen, die Grundlage für die Erschließung des Flexibilitätspotenzials kleinerer Verbraucher zu schaffen.

Investitionen in die Energiewende forcieren

Um die Energieversorgung langfristig zu sichern und die Energiewende zu forcieren, sind Investitionen in die Energieinfrastruktur – Erzeugung, Speicherung und Transport – von entscheidender Bedeutung. Ebenso braucht es eine verstärkte Integration bestehender Energiesysteme sowie neuer (zB Wasserstoff). 

Dies erfordert einerseits praxisorientierte Rahmenbedingungen wie die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren. Bürokratische Hürden, wodurch Prozesse verlangsamt und sich Kosten erhöhen werden, sind abzubauen.

Andererseits sind finanzielle Mittel notwendig: Neben Förderungen muss privates Kapital mobilisiert werden. Dabei spielt die EU-Taxonomie-Verordnung eine Schlüsselrolle, die Kapitalströme in Richtung nachhaltiger Investitionen spielen möchte. Die Energieversorgung ist darin breit abgedeckt.

Wasserstoff: Energie der Zukunft

Wasserstoff kann ein zentrales Werkzeug bei der Dekarbonisierung der österreichischen Wirtschaft sein und zugleich wesentlich zu einer sicheren sowie klimaneutralen Energieversorgung beitragen. Dank seiner Vielseitigkeit eignet er sich sowohl als Energieträger und Rohstoff in Industrie, Transport und Wärmeversorgung als auch als effiziente Lösung zur Energiespeicherung.

Damit dieses Potenzial vollständig ausgeschöpft werden kann, braucht es einen klaren rechtlichen Rahmen, eine enge nationale und internationale Zusammenarbeit, kontinuierliche technologische Innovationen und den gezielten Ausbau der notwendigen Infrastruktur – insbesondere von Netzen und Speichern. Ebenso entscheidend ist eine verlässliche und wettbewerbsfähige Versorgung mit grünem Wasserstoff. Da Österreich seinen Bedarf aufgrund begrenzter Produktionsmöglichkeiten voraussichtlich nicht ausschließlich selbst decken kann, kommt dem Aufbau stabiler Importpartnerschaften besondere Bedeutung zu.

Wasserstoff muss optimal in das bestehende Energiesystem integriert werden. Daher sind Wechselwirkungen und Synergieeffekte mit dem Strom- und Gasmarkt sowie dem CO₂-Markt umfassend zu berücksichtigen.

Näheres zu Grundlagen, Rechtrahmen und aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit Wasserstoff

WKO Brancheninfos

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