Ein-Personen-Unternehmen
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EPU-Stimmungsbarometer: Unternehmergeist ist ungebrochen

WKNÖ-Ecker/Streibel-Lobner: „Damit Ein-Personen-Unternehmen ihr volles Potenzial entfalten können, erwarten sie rasches Handeln von der Politik.“

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Aktualisiert am 05.02.2025

Der Unternehmergeist unter Niederösterreichs Ein-Personen-Unternehmen (EPU) ist ungebrochen. Das verdeutlicht die aktuelle EPU-Erhebung des MARKET-Instituts, immerhin würden sich 80 Prozent der Befragten auch heute wieder selbstständig machen. „Im Bundesländervergleich haben wir in Niederösterreich den höchsten prozentuellen Anteil an EPU. Unsere blau-gelben Ein-Personen-Unternehmen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn sie sichern nicht nur ihren eigenen Arbeitsplatz, sondern sorgen auch für Wertschöpfung in der Region“, betont Wirtschaftskammer NÖ-Präsident Wolfgang Ecker.

Trotz Herausforderungen: 43% der NÖ EPU blicken mit Zuversicht in die Zukunft

Immerhin 28 Prozent der Ein-Personen-Unternehmen sehen einen Aufwärtstrend in der wirtschaftlichen Entwicklung. 50% rechnen mit einer mindestens gleichbleibenden Ertragslage. Dennoch blicken 43% der niederösterreichischen EPU mit Zuversicht in die Zukunft. Während es sich fast jedes vierte Unternehmen (23%) in den nächsten Jahren vorstellen kann, den ersten Mitarbeiter einzustellen, wollen 71% weiter ein EPU bleiben. „Im Vergleich zur letzten Erhebung vor einem Jahr, sehen wir kaum eine Veränderung: Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage für EPU, spiegeln sie unternehmerischen Willen und starke Resilienz wider“, fasst David Pfarrhofer, Vorstand des MARKET-Instituts und Studienleiter, zusammen.

Die rund 76.000 Ein-Personen-Unternehmen stellen zwei von drei aktiven Unternehmen in Niederösterreich. „Sie sind somit eine entscheidende Wirtschaftskraft im Land. Mit ihren vielfältigen Produkten und Dienstleistungen stärken sie alle Branchen und Regionen“, hebt Birgit Streibel-Lobner, Sprecherin der Ein-Personen-Unternehmen in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, hervor.

 Klare Handlungsaufträge an nächste Regierung: Maßnahmen zur Stärkung

„Damit unsere Ein-Personen-Unternehmen auch zukünftig ihr volles Potenzial entfalten können, erwarten sie rasches Handeln von der Politik“, weiß Streibel-Lobner. Besonders gefordert sind sie durch die steuerlichen Belastungen (55%), Umsatzrückgänge (45%) und Bürokratie (36%). Entsprechend klar sind daher die Handlungsaufträge an die neue Bundesregierung: Neben dem Gesundheitssystem (53%) besteht für Niederösterreichs EPU auch bei den Themen Steuern (37%) und Bildung (34%) großer Handlungsbedarf. Effizienz und Sparpotenziale bei Sozialsystem, Verwaltung und Förderungen müssen ebenfalls angepackt werden (34%). Daher fordern sie konkrete Wirtschaftsimpulse für EPU, um ihre Existenzgrundlage abzusichern:

  • eine Senkung der Einkommenssteuer durch Entschärfung der Progression (59%)
  • Senkung der Lohnnebenkosten (46%)
  • die Reduktion von bürokratischen Form- und Meldepflichten (40%) sowie
  • die Anhebung des Gewinnfreibetrags auf 100.000 € (37%)

Neue oder höhere Steuern sind absolutes No-Go

Im Gegenzug sind aus Sicht der EPU neue Steuern sowie mögliche Steuererhöhungen ein absolutes No-Go (48%). Ebenfalls nicht akzeptiert wird, dass das Gesundheitssystem mit Spitzenmedizin nicht mehr für alle aufrecht erhalten werden kann (45%) und, dass das Pensionssystem nicht mehr finanzierbar ist (36%).

Wirtschaftskammer-Services spielen wichtige Rolle: Zufriedenheit liegt bei 91%

Eine wichtige Rolle für die niederösterreichischen EPU spielen auch die speziellen Services und Leistungen der Wirtschaftskammer NÖ. 76% der befragten Unternehmen nutzen die Services bereits, wobei die Zufriedenheit noch einmal gestiegen ist. 91% sind mit den Services zufrieden und stellen der Wirtschaftskammer NÖ damit ein hervorragendes Zeugnis aus. „Die Wirtschaftskammer NÖ unterstützt Ein-Personen-Unternehmen in allen Bereichen und erreicht immer mehr Unternehmen mit Fokus auf digitale Aus- und Weiterbildung, Export sowie Digitalisierung und Innovation. Dazu zählen praktische Ratgeber und nützliche Online-Tools. So sorgen wir dafür, dass EPU auch in Zukunft bestmögliche Bedingungen vorfinden, um mutig die Zukunft gestalten zu können“, bekräftigen WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und EPU-Sprecherin Birgit Streibel-Lobner.

Präsident Wolfgang Ecker
© Rita Newman WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker
Streibel-Lobner
© Moni Fellner EPU-Sprecherin Birgit Streibel-Lobner

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