Frau mit Valentins-Blumenstrauß
© Foto Fischer

Der Valentinstag lässt auch Umsätze blühen

Laut einer aktuellen Studie der KMU Forschung Austria bringt der Valentinstag der heimischen Wirtschaft im heurigen Jahr knapp 30 Millionen Euro.

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Aktualisiert am 12.02.2025

Als ein römischer Bischof, der christliche Liebespaare trotz Verbots verheiratete und ihnen Blumen aus seinem Garten schenkte, im Jahr 269 nach Christus vom damaligen Kaiser Claudius hingerichtet wurde, hätte er wohl nicht gedacht, dass daraus ein nach ihm benannter Tag entstehen würde, der sich ganz ums Thema „Liebe“ dreht. Und doch: Heute wird der nach dem heiligen Valentin benannte Valentinstag weltweit gefeiert. 

Und er spült auch Geld in die Kassen: Knapp 30 Millionen Euro Umsatz können steirische Handels- und Gewerbebetriebe laut einer aktuellen Studie durch „KMU Forschung Austria“ erwarten. „Die geplanten Ausgaben liegen damit zwar nominell etwas unter dem Vorjahr, die Lust am Schenken bleibt aber groß“, freut sich Gerhard Wohlmuth, Obmann der Sparte Handel in der WKO Steiermark, mit Blick auf die Werte aus den Jahren zuvor, die übertroffen werden dürften. Die meisten Steirer planen auch heuer, ihren Liebsten zum „Tag der Liebe“ eine Freude zu machen. Nicht ohne Grund: Immerhin geben 23 Prozent der Frauen an, dass sie leicht oder sogar sehr enttäuscht wären, würden sie kein Geschenk erhalten. Eine Kaufintention von 72 Prozent spricht eine deutliche Sprache. 

Im Schnitt werden 40 Euro zum Valentinstag ausgegeben

Auffallend ist, dass vor allem Frauen sich heuer sparsamer zeigen. Nur 65 Prozent planen Geschenke ein (-19 Prozent), bei Männern sind es immer noch 74 Prozent (81 im Vorjahr). Auch die durchschnittlich geplanten Ausgaben bleiben mit 40 Euro hinter dem Vorjahr zurück, damals waren es 50 Euro.  Die angespannte Konsumlaune macht sich also bemerkbar. Zehn Prozent der Personen, die nichts schenken wollen, tun dies aufgrund finanzieller Restriktionen. 

Erfreulich aus Sicht regionaler Anbieter: 96 Prozent der Käuferinnen und Käufer planen einen Besuch im stationären Handel ein. Die Nase vorne haben dabei Blumen und Pflanzen – 55 Prozent geben sie als bevorzugtes Präsent an. Ebenfalls beliebt bleiben Süßigkeiten/Schokolade/Pralinen (36 Prozent) sowie Gutscheine für gemeinsame Unternehmungen wie Restaurant- oder Kino-Besuche (15 Prozent).

„Blumen sind einfach die zeitlosen Klassiker zum Valentinstag“, sagt Johann Obendrauf, Innungsmeister der Floristen: „Neben roten Rosen stehen auch kontrastreiche und farbenfrohe Blumensträuße hoch im Kurs.“ Das unterstreichen  auch die Zahlen aus der Studie: 62 Prozent wollen Rosen schenken, gefolgt von Orchideen (20 Prozent), Tulpen (15 Prozent), Nelken (zwölf Prozent) und anderen Blumen (zehn Prozent). Zunehmend gefragt seien Frühlingsblüher aus heimischer Produktion, sagt Obendrauf: „Die Kunden legen immer mehr Wert auf regionale und saisonale Ware.“ Gerne geschenkt werden auch Ranunkeln, Anemonen und Mimosen aus dem europäischen Ausland.

Starke Impulse im Gewerbe und Handel

Einen starken Impuls erhofft sich auch das Lebensmittelgewerbe. „Der Valentinstag ist für unsere Branche traditionell ein ganz wichtiger Tag“, so Erich Handl, Innungsmeister der Konditoren. Gefragt seien „kleine süße Aufmerksamkeiten“, sagt er: „Herzpralinen und Törtchen in Herzform werden besonders gern geschenkt.“

Auch im Lebensmittelhandel heizt der 14. Februar das Geschäft an: „Wir rechnen mit ähnlich guten Verkaufszahlen wie im Vorjahr“, bekräftigt Manuela Klammler-Almer, Obfrau des steirischen Lebensmittelhandels. Neben Süßigkeiten betreffe das auch Backmittel. „Viele nutzen den Tag, um Torten zu backen. Das spüren wir, vor allem, wenn der Valentinstag wie heuer auf einen Freitag fällt. Das steigert die Frequenz in den Läden zusätzlich.“ 

Einen Valentinstags-Boost erhoffen sich die steirischen Juweliere. „Der Tag bietet sich für die Frage aller Fragen an“, weiß Landesgremialobfrau Elke Neubauer-Wolf. Entsprechend gut laufe das Geschäft mit Verlobungsringen. „Dafür gehen die Menschen noch gerne in den stationären Handel, um sich etwas ganz Besonderes auszusuchen.“ Gerne gekauft werden laut Neubauer-Wolf auch Ohrringe oder Armbänder mit Herzen. „Der Valentinstag ist und bleibt für uns ein wichtiger Umsatzfaktor“ – nicht nur für einzelne Branchen, sondern für den gesamten steirischen Wirtschaftsstandort.