
Wiener Start-up beeindruckt mit dem elektrischen Cargobeast
Drei junge Wiener entwickelten ein elektrisches Lastenrad mit herausragenden 500 kg Nutzlast. Dies begeistert Logistikexperten der Wirtschaftskammer Wien als nachhaltige Lösung.
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WKW-Spartenobmann Davor Sertic auf dem Cargobeast mit den drei Motic-Gründern Clemens Hainberger, Fabio Wiesinger und Semir Berger (v.l.n.r.)
„Es ist beeindruckend, was hier drei helle Köpfe aus Wien auf die Beine gestellt haben“, sagt Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien (WKW), bei einem Besuch der Motic GmbH in Wien-Mariahilf. Das Start-Up hat das vollelektrische Lastenrad „Cargobeast“ entwickelt, das mit einem Ladevolumen von bis zu 3 m³ und einer Nutzlast von 500 Kilogramm andere Lastenräder bei weitem übertrifft und sogar vergleichbare Daten mit einem kleinen Lieferwagen hat.
Gerade im Stadtgebiet braucht es hier nachhaltige, platzsparende und kosteneffiziente Lösungen.

Davor Sertic
Obmann der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien
„In der Logistik ist die sogenannte Letzte Meile der aufwändigste Teil der Transportkette“, erklärt Sertic. „Gerade im Stadtgebiet braucht es hier nachhaltige, platzsparende und kosteneffiziente Lösungen. Hier sticht das ‚Cargobeast‘ hervor, denn es bietet sehr viel Raum für Zuladung, passt aber trotzdem noch auf einen Fahrradweg.“ Die Firmengründer Clemens Hainberger, Semir Berger und Fabio Wiesinger sind Absolventen des Wiener TGM und haben die Idee ihrer Diplomarbeit weiterentwickelt, sodass sie vor kurzem den Prototypen ihres vierrädrigen „Cargobeasts“ fertigstellen konnten. „Wir haben sechs Jahre Entwicklung in unser Lastenrad gesteckt“, sagt Hainberger. „Denn wir haben ein gänzlich neues Fahrzeugkonzept aufgestellt, das Automobil- und Lastenradkomponenten kombiniert.“
Platz für eine Palette
Das „Cargobeast“ verwendet für die Ladefläche erstmals Lkw-Aufbautechnologie, wodurch man es mit einem Kühlaufbau, als Pritschenwagen oder mit geschlossenem Kasten einsetzen kann. „Außerdem ist unser Lastenrad absenkbar und man kann so Rollcontainer oder eine ganze Europalette verladen“, erklärt Hainberger. „So kann man ohne Führerschein auch größere Lieferungen ohne Lärm und Emissionen im engen Stadtgebiet zustellen.“
Nahezu wartungsfrei
Mit einer Akkukapazität von bis zu 5,76 kWh bietet das „Cargobeast“ vollbeladen eine Reichweite von maximal 100 Kilometern. Dank eines Tretgenerators sind weder Kette noch Riemen notwendig, was das Lastenrad nahezu wartungsfrei macht. Die Motic GmbH möchte demnächst die Serienproduktion starten und hofft, dass ihre „Cargobeasts“ bald zum Stadtbild gehören: „Es ist ein Produkt aus Wien, entwickelt in Wien, und für Wien“, sagt Hainberger.