
USA: Österreichs wichtigster Wachstumsmarkt zwischen Chancen und Zollrisiken
"Made in Austria" wird in den USA hochgeschätzt: Seit Dezember 2005 sind die heimischen Warenexporte in die Vereinigten Staaten um rund 188% gestiegen, was die USA zu Österreichs zweitwichtigstem Handelspartner macht.
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Der Außenhandel ist die Lebensader der österreichischen Wirtschaft, 6 von 10 Euro verdienen wir im Ausland. Gerade die Vereinigten Staaten haben in den letzten Jahren als Handelspartner erheblich an Bedeutung gewonnen: Seit Dezember 2005 sind die österreichischen Warenexporte in die USA um rund 188% gestiegen. Besonders stark (107%) fiel der Anstieg während der Präsidentschaft von Joe Biden aus.
USA nach Deutschland nun zweitwichtigster Handelspartner Österreichs
Aufgrund dieser dynamischen Entwicklung erreichten die USA im Jahr 2023 mit einem Anteil von etwa 7,1% an den gesamten österreichischen Warenexporten den zweiten Platz unter den wichtigsten Exportmärkten und verdrängten Italien (6%) auf Rang drei. Deutschland bleibt zwar mit Warenexporten von rund 60 Mrd. Euro und einem Anteil von etwa 29% an den gesamten österreichischen Exporten weiterhin Österreichs mit Abstand bedeutendster Handelspartner – doch die Vereinigten Staaten holen auf und bedeuten für exportorientierte heimische Unternehmen große Chancen, die es zu nutzen gilt. Entscheidend dafür sind die Rahmenbedingungen, die naturgemäß nicht von Österreich allein gestaltet werden und durchaus Risiken bergen.

USA vs. EU: Zollspirale als "Lose-lose-Situation"
Zollpolitische Maßnahmen der US-Regierung gegenüber der EU würden eine ernstzunehmende Herausforderung für Wachstum und Wohlstand in Österreich darstellen. Während die Einführung allgemeiner Strafzölle offensichtlich nicht mehr im Mittelpunkt der US-Handelspolitik steht, rückt stattdessen der sogenannte "Reciprocal Tariff"-Ansatz zunehmend in den Fokus. Dieser basiert auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit. Das bedeutet, dass die USA den gleichen Importzoll auf EU-Produkte erheben würden, den die EU gegenüber den USA erhebt. Es handelt sich demnach um eine Art "Auge um Auge, Zoll um Zoll"-Ansatz, der ein erhebliches Eskalationspotenzial in sich birgt.
Fazit: Die Vermeidung eines Handelskonflikts muss an erster Stelle stehen!
Ein offener Austausch zwischen der US-Regierung und der Europäischen Kommission über die jeweiligen Interessen könnte die Basis für eine politische Einigung bieten und eine Zollspirale vermeiden. In jedem Fall muss sich die EU geeint zeigen und mit einer Stimme sprechen. Daneben gilt es jetzt, ein handelspolitisches Signal der Offenheit an potenzielle weitere Partner zu senden, um Handelsbeziehungen weiter zu diversifizieren und Risken zu minimieren.
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