
VIRIDI – Gemeinsam für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft
Die heutige VIRIDI Konferenz brachte führende Expert:innen, Unternehmen und Entscheidungsträger aus Österreich und Slowenien zusammen, um die Zukunft der Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung zu gestalten. Über 100 Teilnehmer:innen tauschten Wissen aus und knüpften grenzüberschreitende Kooperationen. Erste Ergebnisse wurden in einer Pressekonferenz vorgestellt.
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Unsere Wirtschaft braucht Dynamik – und die lässt sich am bestens durch nachhaltige Kreisläufe erreichen. Besonders für innovative Fortschritte, vor allem bei KMU, ist eine branchenübergreifende Zusammenarbeit unerlässlich. Nur die kluge Nutzung und Wiederverwertung von Ressourcen sichert Wettbewerbsfähigkeit und eine nachhaltige Zukunft. Genau hier setzt das Interreg-Projekt VIRIDI SI-AT an. Das Projekt fördert die Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung in den Branchen Holzwirtschaft, Metallverarbeitung, Kunststoffindustrie, Energiewirtschaft und Bauwesen. Die Wirtschaftskammer Kärnten als Leadpartner arbeitet gemeinsam mit dem Energieforum Kärnten, dem slowenischen Wirtschaftsverband Kärnten sowie den slowenischen Projektpartnern Gospodarska zbornica Slovenije (Wirtschaftskammer Slowenien), ZRS Bistra, Ptuj (Forschungs- und Entwicklungsinstitut) und Zavod za gradbeništvo Slovenije (Nationales Institut für Hoch- und Tiefbau) daran, Unternehmen im Transformationsprozess zu unterstützen. Im Rahmen der heutigen VIRIDI-Konferenz „VERNETZUNG - INFORMATION - LERNEN VON DEN BESTEN“ organisiert von der WK Kärnten, wurde interessierten Betrieben innovative Ansätze und Best Practices für eine nachhaltige Wertschöpfungskette vorgestellt. Die grenzüberschreitenden Möglichkeiten und Chancen wurden in einer gemeinsamen Pressekonferenz präsentiert.
Kreislaufwirtschaft: Innovation und Wachstum
„VIRIDI zeigt, wie durch Wissenstransfer und digitale Lösungen Ressourcen effizienter und schonender genutzt werden können. Die heutige Veranstaltung war eine ideale Gelegenheit, erfolgreiche Modelle sichtbar zu machen und neue Kooperationen zwischen Unternehmen aus Slowenien und Österreich zu fördern. Internationale Zusammenarbeit ist entscheidend für eine künftige funktionierende Kreislaufwirtschaft“, betonte Meinrad Höfferer, Direktor der Wirtschaftskammer Kärnten.
Trotz Interesse und Ideen in vielen Betrieben fehlt es aber oft an Zeit für die Umsetzung. „Das Interreg-Projekt bietet Interessierten wertvolle Möglichkeiten, um grenzüberschreitende Herausforderungen gemeinsam anzugehen und nachhaltige Lösungen für wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Fragestellungen zu entwickeln“, unterstrich Höfferer.
Dragica Marinič, Projektmitarbeiterin VIRIDI, Slovenian National Building And Civil Engineering Institute (ZAG) betonte die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit. „Nur so können die europäischen Klimaziele erreicht und nachhaltige Lösungen in verschiedenen Wirtschaftssektoren umgesetzt werden. Wir freuen uns darauf, Best Practices kennenzulernen und ein länderübergreifendes Kreislaufwirtschaftsmodell zu entwickeln. Darüber hinaus werden wir zur Entwicklung und Etablierung einer grenzüberschreitenden Wertschöpfungskette beitragen.“
Grenzen überwinden
Die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Slowenien und Österreich liegt in der Zusammenarbeit der Menschen in den Grenzregionen, trotz der Sprachunterschiede. Tadej Novak, Vertragsverwalter des VIRIDI Projektes Interreg SI-AT. „Es geht vor allem darum, die Grenzen in den Köpfen der Bevölkerung zu verwischen, was in letzter Zeit durch die Wiedereinführung der Grenzkontrollen immer schwieriger geworden ist. Es gibt Menschen, die große Ideen haben und mit Menschen aus dem Nachbarland zusammenarbeiten wollen, weil sie sehen, dass sie die gleichen Herausforderungen und Chancen haben. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Einbeziehung der slowenischen Minderheit in Kärnten und die Tatsache, dass der Projektleiter zweisprachig ist.“
Kreislaufwirtschaft als Chance
Für die beiden Projektkoordinatorinnen Neža Einspieler und Verena Ogris von der Wirtschaftskammer Kärnten ist die Konferenz ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Wirtschaft in der Grenzregion: „Die hohe Teilnehmerzahl und die angeregten Diskussionen haben gezeigt, dass die Unternehmen das Potenzial der Kreislaufwirtschaft erkannt haben. Dabei geht es nicht nur um Umweltbewusstsein, sondern auch um wirtschaftliche Chancen. Nur durch eine Vernetzung über die Ländergrenzen hinweg kann eine funktionierende Kreislaufwirtschaft entstehen, die ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Erfolg verbindet.“ Ein Highlight der Konferenz war die Präsentation der Siegerprojekte der Sustainable Entrepreneurship Week, auch VIRIDIthon genannt, die zeigten, dass es in der Region bereits eine Vielzahl von mutigen und erfolgreichen Ansätzen gibt, um Kreislaufwirtschaft in die Praxis umzusetzen.
Best Practise Beispiele
Es gibt bereits zahlreiche Firmen die aktiv an nachhaltigen Konzepten arbeiten. So zum Beispiel die von Werner Kruschitz gegründete KRM Kunststoff-Recycling-Maschinen GmbH in Unterkärnten, ein führendes Unternehmen im Bereich Kunststoffrecycling. KMR stellt hochwertige Kunststoffregranulate aus Post-Consumer- und Produktionsabfällen her und bietet zudem Dienstleistungen wie Sortieren, Zerkleinern, Waschen und Trocknen von Kunststoffen an. Darüber hinaus handelt es mit thermoplastischen Kunststoffen sowie Recyclingmaschinen und -anlagen.
Ein weiteres Best Practise ist Roto ECO d.o.o., ein Unternehmen der internationalen ROTO Gruppe mit Sitz in Murska Sobota, Slowenien. Die Gruppe ist in vier europäischen Ländern, darunter Österreich, tätig und zählt zu den führenden Herstellern von Polymerprodukten. Mit dem Fokus auf modernste Produktionstechnologien folgt Roto ECO den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und trägt aktiv zur nachhaltigen Entwicklung der Branche bei.
Die VIRIDI-Konferenz hat eindrucksvoll gezeigt: Wer Ressourcen im Kreislauf hält, gewinnt – wirtschaftlich und ökologisch. Die enge Vernetzung über Ländergrenzen hinweg ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Wirtschaft, die Verantwortung und Wettbewerbsfähigkeit erfolgreich verbindet. Eines ist klar: „Sowohl slowenische als auch österreichische Unternehmen benötigen finanzielle Anreize, klare regulatorische Rahmenbedingungen, besseres Wissen, digitale Lösungen sowie Marktzugang und internationale Kooperationen, um die Kreislaufwirtschaft erfolgreich umzusetzen“, so Einspieler abschließend.
Statements der Projektpartner:
Barbara Wrolich, Slowenischer Wirtschaftsverband Kärnten: "Das Interreg-Projekt VIRIDI treibt nachhaltige Innovationen voran und unterstützt Unternehmen auf dem Weg zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft. Für uns als Projektpartner ist dieser Austausch besonders wertvoll, da wir davon überzeugt sind, dass eine nachhaltige Transformation nur gemeinsam gelingen kann. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit entstehen zukunftsweisende Lösungen, die Unternehmen auf ihrem Weg begleiten."
Kathrin Gindl, Energieforum Kärnten: "Als Partner im Interreg Projekt VIRIDI SI-AT sehe ich in den Best Practices zur Kreislaufwirtschaft, einen wegweisenden Ansatz, der die grenzüberschreitende Wertschöpfungskette nachhaltig stärkt und ressourceneffizienter gestaltet. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, wie digitale Lösungen und Kooperationen zwischen Slowenien und Österreich die Region zu einem Vorbild für zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung machen.
Robert Novak, ZRS Bistra Ptuj: „Wie alle Projektpartner tragen wir zu innovativen Lösungen für eine effizientere Ressourcennutzung, Digitalisierung und nachhaltiges Wirtschaften bei. In der ersten Hälfte des Projekts haben wir mit der Entwicklung einer grenzüberschreitenden digitalen Plattform begonnen, die es KMU erleichtern wird, Kreislaufwirtschaftsmodelle umzusetzen.Wir sind überzeugt, dass das Projekt zu einem nachhaltigen und wettbewerbsfähigen wirtschaftlichen Umfeld beitragen wird.“
Petra Arzenšek, Gospodarska zbornica Slovenije (GZS): „Die Wirtschaftskammer Slowenien (GZS) ist das größte Unternehmensnetzwerk in Slowenien. Durch die Teilnahme am VIRIDI-Projekt erhalten wir wertvolle Einblicke und Informationen über KMU und können uns noch besser auf nationaler und internationaler Ebene vernetzen. Wir freuen uns auf künftige gemeinsame Aktivitäten und auf die Einrichtung der VIRIDI-Plattform, die eines der wichtigsten Instrumente für Unternehmen zur Umsetzung von Kreislaufwirtschaftspraktiken sein wird.“