Hololight
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Weltklasse in Warp-Geschwindigkeit

Das Tiroler Unternehmen Hololight ist in Warp-Geschwindigkeit zu einem globalen Technologieführer in der industriellen Anwendung von Virtual und Augmented Reality gewachsen. Basis dafür ist eine geniale Idee, mit der das Potenzial der Technologien entfesselt werden kann. Und das ziemlich elegant.

Lesedauer: 5 Minuten

Aktualisiert am 27.03.2025

Innerhalb allerkürzester Zeit zu einem globalen Leuchtturm-Unternehmen avancieren zu können, scheint ein Privileg der jüngeren Technologiebranche zu sein. Weil die Digitalisierung so rasend rasch ein Multiplikator für Möglichkeiten und Machbarkeiten ist, vielleicht. Oder weil Möglichkeiten und Machbarkeiten in diesem Rahmen immer wieder neu erkannt und konzentriert werden dürfen, um neue Potenziale zu erkennen – und anzuwenden. Genau das gelingt dem Tiroler Start-up Hololight, indem es die Potenziale von Virtual und Augmented Reality regelrecht entfesselt, den industriellen Anwender:innen dadurch gänzlich neue Möglichkeiten und Machbarkeiten eröffnet und ihre Prozesse auf spacig anmutende Weise verbessert.

„Eine Prise jugendlicher Naivität und eine große Portion Entschlossenheit“ begleitete – laut Co-Gründerin und COO von Hololight Susanne Haspinger – den Startschuss des Start-ups. Vor zehn Jahren war das. 2015 hatte die Microsoft HoloLens begonnen, ihre außergewöhnliche Seh-Kraft zu zeigen und im gleichen Jahr begann Hololight schon damit, am Industrial Metaverse zu arbeiten und die realen mit den virtuellen Wahrheiten gewitzt zu verbinden. Streaming ist das Schlüsselwort und das Schlüsselelement, das aus der Holight-Software eine Art Netflix für AR- und VR-Anwendungen macht.

Zudem war auch das MCI Innsbruck – und insbesondere Gerald Streng – maßgeblich an der Entwicklung des Technologie-Unternehmens Holo-Light GmbH beteiligt, wodurch AR-Anwendungen für neue Bereiche, wie den Einsatz bei Trainings und in der Chirurgie, möglich wurden.

Das Hololight-Management-Team: Luis Bollinger, Alex Werlberger, Helmut Gulde, Isabella Doppler,  Philip Brugger, Florian Haspinger, Susanne Haspinger (v.l.).
© Hololight Das Hololight-Management-Team: Luis Bollinger, Alex Werlberger, Helmut Gulde, Isabella Doppler, Philip Brugger, Florian Haspinger, Susanne Haspinger (v.l.).

Cleveres Streamen

In der konkreten Anwendung ist sie ein Dominostein mit zahlreichen Folgeeffekten. In ihnen steckt viel Disruptives. Für den Autohersteller BMW beispielsweise, wo die Software der Tiroler in Verknüpfung mit AR-Brillen dafür verwendet wird, einzelne Fahrzeugbereiche und Produktionsschritte neu zu gestalten und die Mitarbeiter:innen zu trainieren. BMW spricht davon, dass die hochkomplexen Entwicklungszyklen damit um bis zu einem Jahr verkürzt werden.

Der Clou ist, dass mit der Technologie Objekte regelrecht zum Leben erweckt und 3D-Modelle im Maßstab 1:1 visualisiert werden können. Damit bekommt das sonst so aufwendige und teure industrielle Prototyping eine neue Dimension, eine dritte eben, mit der die zweidimensionale Darstellung an Bildschirmen ergänzt und die Entscheidungsfindung erleichtert wird. „Der Moment, in dem unsere Kund:innen berichten, dass die Lösung im Unternehmen nicht nur funktioniert, sondern Prozesse spürbar verbessert, ist das größte Kompliment“, betont Susanne Haspinger im Interview mit der Tiroler Wirtschaft.

In allen Hololight-Anwendungsbereichen werden extrem viele hochkomplexe Daten in 3D visualisiert. Dafür ist üblicherweise ein leistungsstarker Computer nötig. Ihn mit all der Hardware und all den Kilos auf dem Kopf zu tragen, wäre schlichtweg unmöglich, doch mit dem Streamen der Daten à la Netflix wird eben dieses Unmögliche möglich gemacht.

Dreidimensionaler Raum

Augmented Reality, diese einfach und intuitiv zu bedienende Technologie, wird damit zu einem Tool, das Menschen befähigt, hochpräzise und direkt im dreidimensionalen Raum gestalten, konstruieren und arbeiten zu können. Dass dieser Lückenschluss zwischen der realen und virtuellen Welt beispiellos ist, haben schon zahlreiche Unternehmen erkannt. Nvidia, der weltweit führende Anbieter von KI-Computing, zählt neben Qualcomm, Lenovo, Echo3D, Amazon Web Services, DigiLens, Magic Leap oder Meta zu den wichtigsten Partnern des Unternehmens, das mit seiner jüngsten Innovation – dem Hololight Hub – den nächsten großen Schritt setzte. Die Anwendung wurde vergangenes Jahr bei der Augmented World Expo in Long Beach in Kalifornien vorgestellt und hat – wie Susanne Haspinger betont – „erneut einen Nerv der Zeit getroffen.“

Weitere Informationen unter: hololight.com




Susanne Haspinger, Hololight Susanne Haspinger
Einen Nerv der Zeit getroffen

Die Erfolgs- und Wachstumsgeschichte von Hololight muss als außergewöhnlich bezeichnet werden. Die Ur-Idee ist es jedenfalls.
Im Interview erzählt Susanne Haspinger, Co-Gründerin und COO des Unternehmens, von den nächsten Schritten und auch von den allerersten, die von „einer Prise jugendlicher Naivität und einer großen Portion Entschlossenheit“ geprägt waren.

Was war der Trigger, um Hololight zu gründen? Welche Vorgeschichten und welcher Auslöser führten 2015 zum unternehmerischen Mutausbruch?
Der Ursprung von Hololight reicht zurück ins Jahr 2015, als eine Mischung aus dem Wunsch, etwas Eigenes zu schaffen, der Begeisterung für Technologie und einem starken technischen Background den Anstoß zur Gründung gab. Der entscheidende Moment war die Veröffentlichung der Microsoft HoloLens – ein technologischer Meilenstein, der die Gründer:innen inspirierte. Mit einer Prise jugendlicher Naivität und einer großen Portion Entschlossenheit wagten sie den unternehmerischen Schritt und legten den Grundstein für Hololight.

Hololight ist dann extrem schnell gewachsen. Was waren die Herausforderungen dabei, dem durchschlagenden Erfolg der (ersten) Software auch unternehmerisch Stand zu halten beziehungsweise das Unternehmen dafür zu rüsten?
Hololight hat in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum hingelegt. Doch der unternehmerische Erfolg bringt auch Herausforderungen mit sich. Eine der größten Aufgaben war es, die richtigen Menschen in die passenden Positionen zu bringen. Es galt, Potenziale zu erkennen und Mitarbeiter:innen langfristig zu binden, aber auch schwierige Entscheidungen zu treffen und sich von Personen zu trennen, wo es nötig war. Der Schlüssel zum Erfolg war und ist das Team – das Herzstück des Unternehmens.

Apropos Schlüssel. Hololight liefert den Schlüssel dafür, das Potenzial von AR und VR in zahlreichen Anwendungsbereichen freizusetzen. Was war für Sie das schönste Kompliment in den vergangenen 10 Jahren?
Für Hololight gibt es nichts Schöneres, als zu sehen, wie Kunden die Software produktiv einsetzen und dabei echten Mehrwert generieren. Der Moment, in dem Kund:innen berichten, dass die Lösung im Unternehmen nicht nur funktioniert, sondern Prozesse spürbar verbessert, ist das größte Kompliment. Es ist die Bestätigung, dass die Vision von Hololight Realität geworden ist.

Wie viele Mitarbeiter:innen beschäftigt Hololight aktuell an den verschiedenen Standorten?
Heute beschäftigt Hololight cirka 60 Mitarbeiter:innen, wobei der Großteil in Österreich und Deutschland tätig ist. Zusätzlich gibt es ein Team in den USA, das die internationale Expansion vorantreibt.

Der jüngste Clou des Hololight-Teams war die Präsentation der Anwendung „Hololight Hub“. Was ist das Besondere daran und wie reagieren die Kenner:innen darauf?

Mit der jüngsten Innovation, dem „Hololight Hub“, hat das Unternehmen eine Anwendung vorgestellt, die die Verwaltung und Skalierung von AR/VR-Anwendungen revolutioniert. Besonders beeindruckend für Kenner:innen ist der Fokus auf Komfort und Datenschutz – Aspekte, die nicht nur die Nutzung erleichtern, sondern auch neue Anwendungsbereiche eröffnen. Die Begeisterung zeigt, dass Hololight erneut einen Nerv der Zeit getroffen hat.

Was sind die nächsten Punkte auf Ihrer Agenda? Wie geht’s weiter?
Der Blick in die Zukunft zeigt eine klare Richtung: Hololight möchte die Partnerschaften mit großen Unternehmen wie Nvidia weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit Kund:innen intensivieren. Gleichzeitig bleibt die Weiterentwicklung auf dem technologischen Markt ein zentraler Punkt der Agenda, um die Spitzenposition im Bereich AR/VR zu festigen.