
Der Schlüssel ist Innovation
„New Materials: Der Schlüssel zu neuen industriellen Möglichkeiten“ lautete das Thema des heurigen Innovationstags der Sparte Industrie der WKOÖ im Linzer Palais Kaufmännischer Verein.
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Innovation in der Werkstofftechnik und Materialentwicklung ist ein entscheidender Treiber für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Neue Materialien eröffnen zukunftsweisende Wege, Produkte effizienter, nachhaltiger und leistungsfähiger zu gestalten. „Österreich und Europa haben in den letzten Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Der natürliche Schlüssel, diese wiederzuerlangen, ist die Innovation, wie man am Vorbild Schweiz als Hochpreisland sieht“, startete Stephan Kubinger, Obmann-Stv. der Sparte Industrie der WKOÖ. „Uns ist wichtig, Seite an Seite zu stehen, wir wollen dabei begleiten“, ergänzte Stefanie Christina Huber, Generaldirektorin der Sparkasse Oberösterreich.
Claudia Draxl von der Humboldt-Universität zu Berlin präsentierte aktuelle Entwicklungen und Praxisbeispiele und gab Einblicke in ihre Welt von Materialphysik bis zu Materialdesign im virtuellen Raum. „Die Materials-Genome-Initiative wurde im November 2011 von US-Präsident Obama ins Leben gerufen, um die Entwicklung von Materialien zu beschleunigen. Daten – Big Data – spielen dabei eine wichtige Rolle. Zur gleichen Zeit haben wir in Europa eine Materialdatenbank für die Grundlagenforschung etabliert. Wir brauchen Innovationen, um unsere großen Probleme in Europa und hinsichtlich Umwelt in den Griff zu bekommen. Große Datenmengen über sämtliche Materialien und deren Eigenschaften und künstliche Intelligenz sind dabei nicht wegzudenken und wir müssen über den Tellerrand hinwegsehen“, so Draxl.
Genau hinschauen
„Auch Metalle, die wir schon lange kennen, können innovativ sein. Schau genau hin, bis in die molekulare Ebene, ist die Schlüsselbotschaft. Für neue Entscheidungen ist es auch gut, auf alte Anwendungen zurückzuschauen“, sagte Cem Tasan, Professor der Metallurgie am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. „Die Stahlerzeugung ist beispielsweise eine der größten CO2-Emittenten mit hohem Ressourcenverbrauch. Aber wir müssen Schrott nicht schmelzen, wir können das Material durch Warmwalzen weit unter dem Schmelzpunkt verbinden. Das spart enorm viel Energie und erzielt gleich gute Qualität und Eigenschaften wie das Ausgangsmaterial. Die Wissenschaft muss wissen, welche Probleme die Industrie hat, dann kann sie die Forschungsaktivitäten in diese Richtung lenken“, erklärte Tasan. Auch Kurt Hingerl von der Johannes Kepler Universität Linz betonte die Wichtigkeit von Kommunikation auf beiden Seiten.
„In der Grundlagenforschung sind wir in Österreich gut aufgestellt, was wir brauchen, das sind Programme, die ein langfristiges Arbeiten mit der Industrie ermöglichen“, ergänzte Markus Valtiner von der TU Wien. „Die Kosten machen es uns nicht leicht, aber wenn wir das schaffen, was andere nicht können, dann haben wir einen Vorteil. Bei den Materialien gibt es noch große Chancen, wenn wir tief genug reinschauen“, schloss Martin Bergsmann, Technologiesprecher der Sparte Industrie der WKOÖ.
