NÖ Wirtschaft vom 09. Oktober 2015 / Folge 41 - page 4

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Nr. 41 · 9.10.2015
Niederösterreichische Wirtscha
Thema
Die viel besprochene Steuerreform tritt mit 1. Jänner
2016 in Kra . Sie bringt unter anderem Neuerungen in
der Einkommensteuer, des Endbesteuerungsgesetzes
und in der Grunderwerbsteuer. Wir informieren Sie
über die wichtigsten Punkte für Ihr Unternehmen.
Tarifreform
Der Einkommensteuertarif wird
ab 2016 neu geregelt. Kün ig
wird es statt wie bisher drei Tarif-
stufen sieben Tarifstufen geben.
Der Eingangssteuersatz wird von
36,5 auf 25 Prozent gesenkt. Für
Einkommensteile über eine Mio.
Euro wird befristet ein Steuersatz
von 55 Prozent zur Anwendung
kommen.
Dabei ergeben sich folgende
Tarifstufen:
Veräußerung von
Grundstücken
Die im Jahr 2012 eingeführte Im-
mobilienertragsteuer inHöhe von
25 Prozent wird für Grundstücks-
veräußerungen ab dem 1. Jänner
2016 auf 30 Prozent angehoben
werden. Für Körperscha en gilt
weiterhin der 25-prozentige Steu-
ersatz. Die Möglichkeit, einen
sogenannten Inflationsabschlag
im Zuge von Grundstücksver-
äußerungen geltend zu machen,
entfällt ab 2016.
Der Ausgleich von Verlus-
ten aus Grundstücksveräuße-
rungen mit Überschüssen aus
Vermietung und Verpachtung
wird vereinfacht. Kün ig können
60 Prozent des Verlustes aus
Grundstücksveräußerungen
über 15 Jahre verteilt mit Über-
schüssen aus Vermietung und
Verpachtung ausgeglichen wer-
den. Alternativ kann ein Antrag
gestellt werden, dass der Verlust
im Ausmaß von 60 Prozent mit
Einkün en aus Vermietung und
Verpachtung sofort verrechnet
werden kann
Gebäudeabschreibung/
Au eilung der Anschaf-
fungskosten Grund und
Boden zu Gebäude
Der Abschreibungssatz für un-
mittelbar betrieblich genutzte
Betriebsgebäude wird auf 2,5
Prozent (40 Jahre) vereinheitlicht.
Bei Betriebsgebäuden, die zu
Wohnzwecken vermietet werden,
wird kün ig ein geringerer Ab-
schreibungssatz, nämlich 1,5 Pro-
zent (66,66 Jahre) zur Anwendung
kommen. Im Privatvermögen gilt
weiterhin der Abschreibungssatz
von 1,5 Prozent. Den steigenden
Immobilienpreisen von Grund
und Boden soll im Bereich Ver-
mietung und Verpachtung damit
Rechnung getragen werden, dass
das Au eilungsverhältnis der
Anschaffungskosten von Grund
und Boden zu
Gebäude verändert wird. Hier
wird der Grundanteil von 20 auf
40 Prozent angehoben. Die Neu-
regelung wird auch auf bereits
vermietete Gebäude angewendet,
sofern bisher kein Nachweis
über ein anderes Au eilungsver-
hältnis erbracht worden ist. Im
Rahmen einer Verordnung kann
von dieser Au eilung auch abge-
wichen werden.
Verlängerung des
Verteilungszeitraumes
von Instandsetzungs-
und Instandhaltungs-
aufwendungen
Der Verteilungszeitraum von bis-
her 10 Jahrenbei Instandsetzungs-
kosten von Wohngebäuden bzw.
Instandhaltungsaufwendungen
imRahmen der Einkün e aus Ver-
mietung und Verpachtung wird
einheitlichauf 15 Jahreverlängert.
Ab 2016 wird diese Verlängerung
auch für bereits laufende Zehntel-
absetzungen angewendet.
Einkün e aus
Kapitalvermögen
Für Einkün e aus Kapitalvermö-
genwird der besondere Steuersatz
in Höhe von 25 Prozent ab 2016
auf 27,5 Prozent angehoben. Der
besondere Steuersatz von 25
Prozent wird kün ig nur mehr
für Einkün e aus Geldeinlagen
und nicht verbrie en sonstigen
Forderungen bei Kreditinstituten
zur Anwendung kommen.
Für Körperscha en gilt, dass
Einkün e aus Kapitalvermögen
mit 25 Prozent Körperscha steu-
er besteuert werden. Aus Verein-
fachungsgründen wird es daher
für Körperscha en die Möglich-
keit eines KESt.-Abzuges in Höhe
von 25 Prozent für sämtliche
Einkün e aus Kapitalvermögen
geben.
Ein Verlustausgleich von Ein-
kün en, die dem besonderen
Steuersatz von 25 Prozent unter-
liegen, mit Einkün en, die dem
besonderen Steuersatz in Höhe
von 27,5 Prozent unterliegen,
wird möglich sein. Ein etwaiger
Verlustüberhang von betriebli-
chen Kapitalanlagen kann mit bis
zu 55 Prozent gegenverrechnet
werden.
Neues zu Verlustverwer-
tungsmöglichkeiten
Verluste von Einnahmen-Ausga-
ben-Rechnern werden in Zukun
zeitlich unbegrenzt vorgetragen
werden können. Verlustabzüge,
die bei der Veranlagung 2016
auch nach alter Rechtslage zu
berücksichtigen wären, sollen
ab 2016 unbegrenzt vorgetragen
werden können. Dies betrifft Ver-
luste ab der Veranlagung 2013
sowie noch nicht verwertete An-
laufverluste.
Verluste aus kapitalistischen
Mitunternehmerscha en
(z.B.
Kommanditist) können kün ig
nichtmehr horizontal oder vertikal
Die Neuerungen im Zuge
Bruttoeinkommen Ab 2016
Bis 11.000 €
0 %
11.000,01 bis 18.000 € 25 %
18.000,01 bis 31.000 € 35 %
31.000,01 bis 60.000 € 42 %
60.000,01 bis 90.000 € 48 %
90.000,01 bis 1 Mio. € 50 %
Über 1 Mio. €
55 %
1,2,3 5,6,7,8,9,10,11,12,13,14,...58
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