NÖ Wirtschaft vom 09. Oktober 2015 / Folge 41 - page 3

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Nr. 41 · 9.10.2015
Niederösterreichische Wirtscha
„
Kommentar
Mehr Urlaub abgewehrt – wäre Bumerang für alle
Von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl
Die Klarstellung in der Regierung war fällig:
Die Anspruchsvoraussetzungen für die sech-
ste Urlaubswoche werden nicht gelockert.
Das hat Wirtscha sminister Mitterlehner
nun unmissverständlich festgestellt. Massi-
ve Forderungen in diese Richtung wurden
abgewehrt. Und das ist gut so.
Man muss es manchen offenbar in Erin-
nerung rufen: So gut wie in Österreich sind
Beschä igte praktisch nirgendwo sonst
abgesichert. Dazu stehen wir. Aber diese Ab-
sicherung muss immer wieder neu verdient
werden. In wirtscha lich schwierigem inter-
nationalen Umfeld und unter steigender Kon-
kurrenz wird diese Herausforderung noch
ein krä iges Stück größer. Die Einsicht, dass
unter diesen Umständen neue Belastungen
für die Wirtscha nur durch und durch falsch
sein können, liegt auf der Hand. Das wissen
auch die Beschä igten. Simple Rufe nach
zusätzlichen Belastungen, die letztlich nur
den Betrieben schaden und damit auch zum
Bumerang für die Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer würden, taugen nicht zur so-
zialpolitischen Profilierung. Denn hinter der
vordergründigen Verbesserung hätten durch
mehr Urlaub
tatsächlich
zusätzliche
Standort-
Schwierigkei-
ten und eine
Gefährdung
von Arbeits-
plätzen gelauert. Damit ist niemand geholfen.
Es gilt, was immer gilt: Wer wirklich den
Arbeitsmarkt beleben will, muss die Wirt-
scha beleben – von mehr Flexibilität bis zu
Steueranreizen für Investitionen.
Foto: Gabriele Moser
158.000
„
Zahl der Woche
Personen sind in der NÖ Industrie
beschä igt, mit industrienahen Dienst-
leistungen steigt die Anzahl auf fast
300.000 Jobs. Mehr dazu auf Seite 9.
Wirtscha international:
Google und Microso beenden Streit
Mountain View (Kalifornien) (APA/dpa) – Einer der
he igsten Patent-Konflikte in der IT-Industrie ist be-
endet: Microso und Google legten rund 20 Klagen
in den USA und Deutschland bei. Die zwischenzeit-
liche Google-Tochter Motorola wollte Patentzahlun-
gen von Microso für die Spielekonsole Xbox. Mi-
croso versuchte im Gegenzug, einige Funktionen
von Motorola-Smartphones fernzuhalten.
Tesla: voll elektrisch ins Gelände
Palo Alto (Kalifornien) (APA/dpa) – Der Elektroauto-
bauer Tesla hat das erste komplett strombetriebene
Allradfahrzeug auf die Straße gebracht. Der neue
SUV bietet allerhand technische Raffinessen wie die
nach oben öffnenden „Falcon“-Türen, einen Lu filter-
Power-Button gegen Biowaffen-Angriffe oder den
Turbostart in 3,2 Sekunden von null auf 60 Meilen
pro Stunde. Die Features und der Preis von bis zu
142.000 Dollar bestätigen, dass Tesla nach wie vor im
Luxusbereich angesiedelt ist.
Ryanair will Ticketpreise senken
Dublin (APA/dpa) – Europas größte Billigfluglinie
Ryanair will ihre Preise deutlich senken. „Wir wollen
von im Schnitt 45 Euro pro Flug auf 25 Euro kom-
men“, sagteAirline-ChefMichael O‘Leary. Dank neuer
Flugzeugewerde sich der Treibstoffverbrauch pro Sitz
verringern, zudem verwies O‘Leary auf den niedrigen
Ölpreis. „Wir planen, diese Kostenersparnis an unsere
Kunden weiterzugeben.“
Wirtscha regional:
Graf-Holztechnik für „bahnorama“ ausgezeichnet
Die Graf-Holztechnik aus Horn wurden für
denAussichtsturm„bahnorama“ amHaupt-
bahnhof inWien im Rahmen der wienwood
2015. Nach der ersten Verleihung 2005
wurde nun genau zehn Jahre später der
zweite Wettbewerb von pro Holz Austria in
Kooperation mit dem Architekturzentrum
Wien und der Stadt Wien ausgeschrieben.
Für den wienwood 2015 wurden aus 76 ein-
gereichten Projekten fünf Auszeichnungen
und sechs Preisträger ermittelt.
Die Graf-Holztechnik wurde in der Kate-
gorie „Gewerbebau“ ausgezeichnet, einem
Informationszentrum mit 1.084 m² auf drei
Ebenen mit Veranstaltungsmöglichkeiten
und einemCafé inkl. zweithöchstem, begeh-
baren Holzturm Europas von rund 65 m für
die Baustelle des Wiener Hauptbahnhofes.
„Dabei handelte es sich um einen Auf-
trag der ÖBB im Rahmen der Bahnoffen-
sive, als der Hauptbahnhof umgebaut
wurde, um Besuchern die Möglichkeit
zu geben, das Baugeschehen live
mitzuverfolgen. Die Herausfor-
derung bei diesem Projekt war
der extrem geringe, vorhandene
Platzbedarf vor Ort, sodass wir
auf engstem Raum arbeiten
mussten“, soMichael Bauer, Ge-
schä sführer Graf-Holztechnik.
Der Aussichtsturm war vom
Ausstellungsgebäude über eine
Brücke erreichbar und ermög-
lichte von einer Aussichtsplattformin knapp
41 m Höhe einen spannenden Überblick
über die 50 ha große Baustelle. Zwei ver-
glaste Panoramaaufzüge
und eine Treppenanlage
haben das Bauwerk
erschlossen. Die
Aussichtsplatt-
form war für 30
Personen ausge-
richtet und durf-
te bis zu Wind-
stärken von 80
km/h benutzt
werden.
Foto: zVg
1,2 4,5,6,7,8,9,10,11,12,13,...58
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