NÖ Wirtschaft vom 29. Mai 2015 / Folge_21_22 - page 3

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Nr. 21/22 · 29.5.2015
Niederösterreichische Wirtscha
„
Kommentar
Keine Finanzstrafen bei kleinen Fehlern
Von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl
Die parlamentarischen Gespräche um die
Steuerreform sind im Endspurt – manch‘
schwieriges Thema ist noch nicht gelöst. In
solchen Phasen sind konstruktive Gesprä-
che im Hintergrund in der Regel effizienter
als starke Worte nach außen.
Ein für die Wirtscha interessantes Er-
gebnis lässt sich aber bereits jetzt berichten:
Im Finanzstrafgesetz wird die Strafbarkeit
eingeschränkt, sodass nicht mehr jeder
kleine Fehler gleich als Abgabenhinterzie-
hung gewertet und bestra wird. Das ist
gerade angesichts des überaus komplexen
Abgaben- und Zollrechts wichtig. Denn
Fehler sind menschlich. Und je komplizier-
ter Regelungen sind, umso größer ist die
Gefahr, dass sich unabsichtlich ein Fehler
einschleicht.
Wer grob fahrlässig handelt oder bewusst
Abgaben hinterzieht, muss natürlich weiter
mit Strafen rechnen. Kleine, unabsichtliche
Fehler, etwa in der Buchführung, sind aber
ein Fall für eine Korrektur, nicht für das
Strafrecht. Das sieht nun auch das Finanzmi-
nisterium so. „Im Hinblick auf die Komple-
xität des Abgaben- und Zollrechts erscheint
es gerechtfer-
tigt, den Grad
der Fahrlässig-
keit für strafba-
res Verhalten
höher anzuset-
zen. Nicht jede
leichte Unrich-
tigkeit soll strafrechtlich sanktioniert wer-
den“, heißt es dort. Das passt!
Mehr Informationen
zur Steuerreform
lesen Sie auf den
Seiten 4
und
5
in dieser
NÖWI-Ausgabe.
Foto: Gabriele Moser
900.000
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Zahl der Woche
Euro ist kün ig die Grenze, dass eine Betriebsübergabe steu-
erfrei ist. Für Werte darüber gelten progressive Stufen von 0,5
Prozent, 2 Prozent und 3,5 Prozent. Die Steuerbelastung ist aber
mit 0,5 Prozent des Gesamtwertes gedeckelt. Alle Eckpunkte der
Steuerreform auf den Seite 4 und 5 in dieser NÖWI-Ausgabe
Wirtscha international:
Batterien für Haushalte von Tesla
Palo Alto (Kalifornien) (APA/Reuters) – Der US-
Elektroautopionier Tesla verkau kün ig auch
Batterien für Häuser und Geschä e. Auf der Suche
nach neuen Erlösquellen kündigte Tesla-Chef Elon
Musk an, stationäre Energiespeichersysteme auf
den Markt zu bringen. Dafür würden die gleichen
Batterien verwendet, die auch in den Elektroautos
installiert seien. Diese würden in der Tesla-Fabrik
in Nevada gebaut. Die Produktion werde noch im
Laufe des Jahres starten.
Russische Wirtscha eingebrochen
Moskau (APA/Reuters) – Die westlichen Sanktionen
und die gesunkenen Ölpreise haben die Konjunktur
in Russland zu Jahresbeginn einbrechen lassen.
Die Wirtscha sleistung sank von Jänner bis März
zum Vorjahr um 1,9 Prozent. Noch Ende 2014 hatte
das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent
zugelegt.
Massenrückruf nach Airbag-Debakel
Tokio/Toyota/Yokohama (APA/dpa-AFX) – Nach
Toyota und Nissan startete Honda einen weiteren
Massenrückruf. Bei 4,9 Millionen Fahrzeugen müs-
sten die Airbags kontrolliert werden. Damit steigt
die Zahl der Honda-Autos, die wegen fehlerha er
Produkte der Firma Takata noch einmal überprü
werden müssen, auf 19,6 Millionen. Toyota und
Nissan hatten bereits den Rückruf von 5 Millionen
beziehungsweise 1,6 Millionen Autos angekündigt.
Wirtscha regional:
Erster Kohlegrill mit Touchdisplay und App-Steuerung aus NÖ
Der Pittener Martin Unger (Bild) hat mit
seinem Unternehmen Infotronik den welt-
weit ersten Kohlegrill konstruiert, der über
ein Touchdisplay am Grillgerät oder über
eine App am Smartphone gesteuert und
überwacht werden kann. Für den „Active-
grill“ erhielt Unger vom renommierten
europäischen Grill- und Barbecuemagazin
Fire&Food sogar eineGoldmedaille für den
ersten Platz in der Kategorie Grillgeräte.
„Alle wichtigen Grillfunktionen und
Temperaturen können über das am Grillge-
rät befindliche Touchdisplay oder über ein
eigens entwickeltes App am Smartphone
gesteuert werden“, erklärt Martin Unger
stolz und ergänzt: „Mit unserer digita-
len Unterstützung wird Kohlegrillen
zum Kinderspiel. Die Temperatur-
einstellungen sind von 80 bis 400
Grad einfach zu regeln
und auf Knopfdruck kann
zwischen direkter und
indirekter Grillmetho-
de gewählt werden.“
Weiterer Vorteil der
Fernüberwachung:
Sobald die ge-
wünschte Tempe-
ratur erreicht wird,
sendet das Smartpho-
ne einen Alarm.
Die Idee, den „per-
fekten“ Kohlegrill zu
konstruieren, entstand Unger, der selbst
aus einer Gastronomie-Familie stammt,
aus dem eigenen Bedarf heraus. Dazu wur-
de in den letzten drei Jahren mit elektri-
schen Gebläsen und Klappen sowiemit ver-
schiedenen Materialen wie Keramik und
hochlegiertem Stahl experimentiert. Der
Durchbruch gelang mit der Entwicklung
einer speziellen Vorrichtung – genannt
„Heatflap“ – die wie ein Ventil funktioniert
und die benötigte Hitze exakt dosieren
kann. Die zusätzliche Ausstattung des
Grills mit einem Touchdisplay und
einer Smartphone-Fernsteuerung
war für den Elektronikexperten
kein Problemund in kurzer Zeit
erledigt.
In Summe hat Unger mit sei-
nem Team mehr als 3.000 Ar-
beitsstunden und einen sechs-
stelligen Euro-Betrag in die
Entwicklung des innovativen
Grillgerätes investiert.
„Im Vordergrund stand
immer, einen perfekten
Kohlegrill zu entwickeln
und kein Billigprodukt“,
betont Unger. Je nach
Ausstattung
beträgt
der Kaufpreis zwischen
5.800 und 7.400 Euro.
Mehr Infos
unter:
Foto: activegrill.at
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