NÖ Wirtschaft vom 29. Mai 2015 / Folge_21_22 - page 17

· Österreich · 17
Nr. 21/22 · 29.5.2015
Niederösterreichische Wirtscha
Welche kreative Lösung gibt’s für
Reduzierung der Energieverluste
im Betrieb? Wie macht man die
Beleuchtung im Betrieb besser
und zugleich noch günstiger?Wie
kann man die Abwärme, die beim
Produktionsprozess entsteht, ein-
fangen und nutzen?
Diese und ähnliche Fragen
beantworten EUREM-Manager.
Hinter dieser Abkürzung steht die
Ausbildung zum qualifizierten
Europäischen Energiemanager,
die dieWKÖ bereits seit elf Jahren
erfolgreich in Österreich anbietet.
In diesen Kursen werden Mit-
arbeiter eines Unternehmens zu
Experten für Energiesparmanage-
ment ausgebildet, die ihr Wissen
direkt in ihrem Betrieb umsetzen
können. Mehr als 80 Prozent ihrer
Projekte werden realisiert.
Vor kurzem wurden in der
WKÖ die Zertifikate an weitere
22 Absolventen verliehen. Damit
sind weltweit bereits mehr als
4.200 Europäische Energie Ma-
nager in 26 Staaten tätig – 566
davon in Österreich. 29 weitere
Kandidaten stehen bereits in den
Startlöchern für den Beginn des
EUREM XVII-Kurses, weitere 26
sind derzeit noch in Ausbildung
in der Steiermark.
1 Million Megawatt-
stunden eingespart
Das Engagement der qualifi-
zierten Energiemanager rechnet
sich imwahrsten Sinn desWortes:
Allein die im aktuellen EUREM-
Lehrgang bearbeiteten Projekte
lösen Investitionen von rund 19
Millionen Euro aus, denen in
Summe jährliche Energiekoste-
nersparnisse von rund 750.000
Euro gegenüberstehen. Die Sum-
me der Energieeinsparungen al-
ler im Zuge der EUREM-Kurse
erarbeiteten Projekte nähert sich
gerade der Schallmauer von 1
Million Megawattstunden pro
Jahr. Das entspricht zwei Fünf-
tel des Energieverbrauches der
Stadt Wien. „Unsere betriebli-
chen Energiemanager heben mit
ihren tollen Lösungen gleich
in zweifacher Hinsicht Schätze:
Zum einen sparen ihre Betriebe
bei ihren eigenen Energiekosten
eine Menge Geld – das schont die
Umwelt. Zum anderen können
sie die Einspareffekte nach dem
neuen Energieeffizienzgesetz an
Energieversorger abtreten, damit
diese ihre Einsparverpflichtungen
kostengünstiger als durch Aus-
gleichszahlungen erfüllen kön-
Professionelles Energie-
sparen rechnet sich – das
zeigen die Absolventen
der EUREM-Kurse tagtäg-
lich in ihren Betrieben.
„Energiemanager helfen
ihren Betrieben, bei den
Energiekosten eine Menge
Geld sparen.“
WKÖ-Generalsekretärin
Anna Maria Hochhauser
Foto: Joachim Haslinger
EUREM: Energiemanagement rechnet sich
nen“, so WKÖ-Generalsekretärin
Anna Maria Hochhauser.
Da die Nachfrage aufgrund des
Energieeffizienzgesetzes anhal-
tend hoch ist, finden wieder drei
neue EUREM-Kurse statt. InWien
und in Graz starten die nächsten
Lehrgänge im Jänner 2016, in Vor-
arlberg schon am 11. Juni 2015.
Für wen eignet sich
die Ausbildung?
f
Betriebsleiter, Produktionsleiter
f
Energiebeau ragte, Facility
Manager, Consulter
f
Prozess-Ingenieure, Betriebs-
techniker, etc.
Litauen als Vorbild: Hohes Wachstum, niedrige Schulden
Litauens Ex-
Premier An-
drius Kubilius
(li.) und WKÖ-
Präsident Chri-
stoph Leitl.
Foto: WKÖ
Eindrucksvolle Zahlen über Li-
tauens Sanierungs- und Wachs-
tumspfad präsentierte Andrius
Kubilius kürzlich bei den Wirt-
scha spolitischen Gesprächen in
Wien. Kubilius, der zwei Mal
das Amt des Premiers in Litauen
bekleidete (1999-2000 und 2008-
2012), brachte das Land beide
Male – trotz Krisenzeiten – auf
Konsolidierungskurs.
„Litauen weist über einen
Zeitraum von nunmehr 15 Jah-
ren konstante Wachstumsraten
vor. Wachstumsraten, die in all
den Jahren über jenen Öster-
reichs gelegen sind. Ein solides
Wirtscha swachstum und ein
Der „baltische Tiger“ zeigt vor, wie man
wirtscha spolitische Herausforderungen
entschieden und konsequent bewältigt.
geringes Defizit mit stabilen
Staatsfinanzen – Dinge, die Öster-
reich nun dringend benötigt, um
wieder nach vorne zu kommen“,
konstatierte WKÖ-Präsident Leitl.
Litauen setzte unter Kubilius
auf ein Maßnahmenbündel. So
wurden im Zuge der letzten Krise
die Staatsausgaben um15 Prozent
und Löhne und Gehälter imöffent-
lichen Bereich durchschnittlich
um 20 Prozent reduziert. Gleich-
zeitig wurde ein Impulspaket für
die Wirtscha im Ausmaß von 6
Prozent des BIP geschnürt, vor
allem finanziert durch Mittel aus
EU-Fonds. „Damit konnten wir er-
reichen, dass das Staatsdefizit von
9,1 Prozent im Jahr 2009 auf 0,7
Prozent im Jahr 2014 sehr deut-
lich verringert wurde“, erläuterte
Kubilius.
Aufgrund niedriger Arbeitsko-
sten und hochkompetitiver Pro-
dukte etwa bei High-Tech, weist
Litauen starkes Wachstum im Ex-
port auf: Von rund 12 Milliarden
Euro 2008 auf über 22 Milliarden
2012. Um auch in Zukun wettbe-
werbsfähig zu bleiben, investiert
das Land sehr stark imBereich der
Aus- und Weiterbildung und der
Zukun stechnologien.
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