NÖ Wirtschaft vom 27. März 2015 / Folge_13 - page 6

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Nr. 13 · 27.3.2015
Niederösterreichische Wirtscha
Niederösterreich
Leitbetriebe sind die Lokomotiven eines Wirtscha s-
raumes. Von ihrer Leistungskra profitieren zahlreiche
Klein- und Mittelbetriebe, vom Zulieferer über den Ent-
wicklungspartner bis hin zum Bäcker vor der Türe. Das
zeigt die Studie „Zukun sstrategien für Leitbetriebe in
Niederösterreich“, in der fünf Handlungsfelder zur Stär-
kung des Leitbetriebe-Standorts NÖ definiert wurden.
Leitbetriebe sind stark mit dem
regionalen Produktions- und
Dienstleistungsbereich vernetzt
und damit ein wichtiger Partner
für die Wirtscha vor Ort. Eine
noch zielgerichtetere Unterstüt-
zung und Servicierung der Leit-
betriebe wirkt folglich impuls-
gebend für die gesamte Region.
Das zeigt eine neue Studie zum
Thema „Zukun sstrategien für
Leitbetriebe in Niederösterreich“,
die von der Sparte Industrie in
der WKNÖ, der Industriellenver-
einigung Niederösterreich und
der Pöchhacker Innovation Con-
sulting Gmbh gemeinsam erstellt
wurde.
Schulterschluss von
WK, IV und Land NÖ
„DieDynamik des Standortwett-
bewerbs hatmassiv zugenommen.
Auch eine erfolgreiche Region
wie Niederösterreich muss sich
stetig weiterentwickeln, um nicht
von anderen überholt zu werden“,
so Studienautor Johann Lefenda.
„Aus wirtscha spolitischer Sicht
sind die niederösterreichischen
Leitbetriebe ein echter Schatz:
Heterogen, international, innova-
tiv, beschä igungsintensiv und
eng mit dem Standort verbun-
den.“ Niederösterreich tue viel,
um den Leitbetrieben attraktive
Rahmenbedingungen zu bieten.
„Einzigartig in Österreich ist
sicher der Schulterschluss von
WK, IV und Land NÖ in einem ge-
meinsamen industriepolitischen
Maßnahmenprogramm sowie die
Leitbetriebeförderung“, betont
der Studienautor. Von ihm be-
mängelt wird das vergleichsweise
gering ausgeprägte öffentliche
Bewusstsein für die Bedeutung
industrieller Leitbetriebe.
Fünf Handlungsfelder zur
Stärkung des Standorts
Zur weiteren Stärkung des
Leitbetriebe-Standorts Nieder-
österreich definiert die Studie
fünf Handlungsfelder (siehe Gra-
fik unten). „Aufgrund der hohen
Bedeutung von Leitbetrieben für
Wachstum und Wohlstand in
ÖsterreichmüssendieRahmenbe-
dingungen nachhaltig verbessert
werden“, um so bereits ansässige
Leitbetriebe im Land zu halten
und zu neuen Investitionen zu
ermuntern, sowie zugleich neue
Leitbetriebe dazu zu gewinnen,
so IV-Präsident Johann Marihart
und
Industrie-Spartenobmann
Thomas Salzer unisono.
Besondere Bedeutung messen
beide dem Bildungsbereich zu,
bei dem Marihart insbesondere
auf das „Standortasset HTL“ ver-
weist. „Unsere Ingenieursschulen
sind mit ihrem breiten, technisch
orientierten Bildungsangebot ein
internationales Alleinstellungs-
merkmal. Daher müssen wir alles
daran setzen, dieses weltweit an-
erkannte ‚High-End-Produkt‘ zu
stärken.“
Salzer setzt auf ein „Bildungs-
system, das Wirtscha und Unter-
nehmergeist vermittelt“. Niederö-
sterreich habe bisher schon Her-
vorragendes auf diesem Gebiet
geleistet: von der FH-Landscha ,
über die NDU, das IST Austria,
die Donau-Universität bis hin zum
aktuellen FTI-Programm. „Was
wir jetzt noch brauchen, ist die
Feinjustierung und die spezifische
Ausrichtung an Leitbetrieben“, so
Salzer. „Damit stellen wir auch die
Verfügbarkeit und die Qualifikati-
on unserer Fachkrä e sicher, die
maßgeblich über unsere Zukun
entscheiden.“ Darüber hinaus
brauche es Maßnahmen wie eine
gesamtha e Humanressourcen-
Strategie für das Bundesland.
Alle Informationen...
...zur Studie lesen Sie im Inter-
net unter
wko.at/noe
Foto: Josef Bollwein/
„NÖ Leitbetriebe ein echter Schatz”
Die Studie wurde im Leitbetrieb FRITZ EGGER GmbH in Unterradlberg prä-
sentiert – v.l.: Andreas Schrefl, EGGER-Werksleiter, Johann Marihart, Präsi-
dent der Industriellenvereinigung NÖ, Thomas Salzer, Obmann der Sparte
Industrie NÖ, und Johann Lefenda, Pöchhacker Innovation Consulting.
Um die prioritären Anliegen
und den Betreuungsbedarf der
niederösterreichischen Leitbe-
triebe strukturiert zu erfassen,
wurde eine Fokusgruppenbe-
fragung mit 15 Leitbetriebe-
CEOs durchgeführt und um eine
Analyse des Status-Quo und
relevanter Rahmenbedingungen
ergänzt.
„
Zur Studie
Fünf Ansätze zur strategischen Weiterentwicklung
des Leitbetriebestandortes Niederösterreich:
n
Strategische Stärkung der Humanressourcen
o
Attraktivierung Niederösterreichs für internationale Fach- und Spitzenkrä e
p
Wirtscha sorientierter Ausbau der Bildungs- und Forschungsstrukturen
q
Netzwerkbildung und Schwerpunktsetzung in Forschung und Entwicklung
r
Wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für global agierende Leitbetriebe
1,2,3,4,5 7,8,9,10,11,12,13,14,15,16,...52
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