NÖ Wirtschaft vom 27. März 2015 / Folge_13 - page 3

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Nr. 13 · 27.3.2015
Niederösterreichische Wirtscha
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Kommentar
Bester Bonus heißt Lohnnebenkostensenkung
Von WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl
Betriebe, in die immer weiter hineinregiert
wird, verlieren an Dynamik – was letztlich
den gesamten Wirtscha sstandort schwächt.
Das gilt für überbordende Bürokratie, un-
sinnige Belastungen, Versuche, Betrieben
immer stärker vorschreiben zu wollen, wie
ihre Belegscha en auszusehen haben. Un-
ternehmenwissen denWert ältererMitarbei-
terinnen und Mitarbeiter selbst sehr genau
zu schätzen. Mit starren Quoten ist freilich
niemandem geholfen. EinMalus für Betriebe
verpasst dem gesamten Arbeitsmarkt einen
Malus. Der besteBonus für dieBeschä igung
heißt Lohnnebenkostensenkung – und zwar
rasch.
Dass das von manchen he ig geforderte
Bonus-Malus-System nach unserem Wider-
stand bei der Regierungsklausur zumindest
einmal abgewehrt wurde, ist jedenfalls
ebenso richtig, wie die von der Regierung
angekündigte Wohnbau-Initiative oder die
zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten
durch Crowdfunding, die maßgeblich aus
Niederösterreich – und hier insbesondere
durch unserenHornerWKNÖ-ObmannWer-
ner Groiss – vorangetrieben wurden.
Bei Verwal-
tungsreformund
Verwaltungs-
vereinfachung
– hier wollte
Staatssekretärin
Steßl eigentlich
20 Punkte vor-
legen – blieb es bei der Klausur dagegen
weitgehend still. Der alte Grundsatz, dass
man eigentlich selbst Vorbild zu sein hat,
ehe man anderen Vorschri en macht, sollte
auch für Staatssekretärinnen nicht in Ver-
gessenheit geraten.
Foto: Gabriele Moser
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Zahl der Woche
Prozent beträgt laut Wirtscha sforschungsinstitut (Wifo) das Wachs-
tum der österreichischenWirtscha in diesem Jahr. Für 2016 erwarten
die Wifo-Experten eine Beschleunigung und erhöhten die Prognose
von +1,1 auf +1,3 Prozent. Begünstigt soll das Wachstum durch die
Euro-Schwäche und die niedrigen Öl- bzw. Rohstoffpreise sein.
Wirtscha international:
Opel kehrt Russland den Rücken
Rüsselsheim (APA/Reuters) – Die Auswirkungen der
Ukraine-Krise zwingen Opel zum Rückzug aus Russ-
land. Die Produktion imWerk in Sankt Petersburg
wird zur Jahresmitte eingestellt. Ende des Jahres
sollten keine Fahrzeuge mehr ausgeliefert werden.
Die Konzernmutter GM bezifferte die Kosten des
Rückzugs auf bis zu 564,2 Mio. Euro, die vorrangig
im ersten Quartal verbucht werden sollten.
Apple will TV-Dienst starten
Cupertino (Kalifornien) (APA/Reuters) – Apple will
laut Medien im September einen Online-TV-Dienst
starten. Geplant sei ein Angebot von rund 25 Kanälen
basierend auf US-Sendern wie ABC, CBS und Fox. Da-
zu verhandle der Technologiekonzernmit einer Reihe
amerikanischer Medienkonzerne wie Walt Disney,
CBS und Twenty-First Century Fox.
Pleitegeier kreist über Athen
Athen (APA/Reuters) – Angesichts der dramatischen
Finanznot Griechenlands schrillen in Brüssel und
Athen die Alarmglocken. Die griechische Regierung
befürchtet offenbar, dass dem Land Ende März das
Geld ausgeht. Unterdessen sind im Jänner und Febru-
ar die Steuereinnahmen eingebrochen. Griechenland
wird seit Jahren von seinen internationalen Gläubi-
gern mit Milliardenkrediten über Wasser gehalten.
Bis Ende April muss die Regierung in Athen der Eu-
rozone alternative Reformvorschläge machen.
Wirtscha regional:
NÖ Innovation wacht über Windräder aus der Lu
Ein fliegendes Messinstrument, den Sen-
sorCopter, hat das Start-up-Unternehmen
Aerodyne Systems GmbH aus St. Valentin
entwickelt.
Damit können zBWindkra räder neutral
und standardisiert auf mögliche Schadstel-
len hin untersucht und so eine optimale
Kontrolle und Qualitätssicherung gewähr-
leistet werden.
Die Geschä sführer Robert Hörmann
und Peter Kurt Fromme-Knoch bescheini-
gen dem SensorCopter ein großes Poten-
zial. Dieses hat sie bereits veranlasst, den
Personalstand von fünf
auf acht Mitarbeiter
aufzustocken und noch
weitere Techniker so-
wie So ware-Entwick-
ler zu suchen.
„Bis jetzt haben diese Art
von Inspektionen meist
Industriekletterer übernom-
men. Nicht nur, dass diese Arbeit
gefährlich ist, sind Überprüfungen
durch Menschen nur bedingt objektiv, da
sie diese Schadstellen o unterschiedlich
wahrnehmen“, erklärt Hörmann. Der
SensorCopter hingegen biete eine nach-
vollziehbare standardisierte Qualitätssi-
cherung aus der Lu und helfe dadurch
den Windparkbetreibern, die Kosten für
Wartung und Instandhaltung möglichst
niedrig zu halten.
Der SensorCopter ist ein unbemannter
halbautomatischer Helikopter mit einer
Rotorspannweite von etwa zwei Metern
und einem redundanten Autopiloten. Auf
ihm sind mehrere Kameras und Sensoren
zur Datenerhebung und Begutachtung
montiert. Zum gesamten Mess-System
gehört auch noch ein Klein-Lkw, in dem
die Daten, die das Fluggerät erhoben hat,
mit einer eigens entwickelten So ware
ausgewertet werden. Laut
Hörmann ist diese Kom-
bination von Fluggerät,
Messstation und Auswer-
te-So ware weltweit ein-
zigartig.
Derzeit untersucht Aero-
dyne Systems Windräder in
Österreich und Deutschland,
eine Ausweitung auf ganz Europa ist
geplant. Außer Windrädern können auch
andere vertikale Objekte, wie Schornstei-
ne, Brücken und Industrieanlagen begut-
achtet werden. Das Start-Up-Unternehmen
peilt für 2015 einen Umsatz von 100.000
Euro an.
(hm)
Foto: zVg
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