NÖ Wirtschaft vom 27. März 2015 / Folge_13 - page 12

12 · Österreich ·
Nr. 13 · 27.3.2015
Niederösterreichische Wirtscha
Von WKÖ-Präsident
Christoph Leitl
Trotz mancher enttäuschender Koalitions-
Ergebnisse der letzten Zeit, die es noch im
Detail aufzuarbeiten und zu verbessern gilt,
konnten an der konjunkturellen Front konkre-
te Erfolge erzielt werden:
Offensichtlich ist die steigende Zahl der
Arbeitslosen und die Befürchtungen, dass im
kommenden Winter die Marke von 500.000
Arbeitslosen überschritten wird, als Warnung
der Wirtscha bei den politischen Entschei-
dungsträgern angekommen.
Für die Bauwirtscha und
die nachgelagerten Branchen
bedeutet das nun von der
Regierung fixierte Wohnbau-
Paket sowie das 200 Millionen
Euro umfassende Konjunktur-
paket eine konkrete Belebung
und ist damit sehr erfreulich.
Erfreulich ist auch, dass das Bonus-Malus-
Modell bei der Beschä igung Älterer ab-
gewehrt werden konnte. Wer Arbeitsplätze
schafft, muss belohnt und darf nicht bestra
werden. Eine Schwalbe
macht zwar noch keinen
Sommer, aber dennoch
sollte uns diese Schwalbe
freuen!
Um viele andere Dinge
werden wir in Zukun noch
hart kämpfen müssen – und
das werden wir auch tun.
Herzlichst, Ihr
Konkreter Erfolg, dem weitere folgen müssen
Baupaket schafft Jobs und Wachstum
Wesentlicher Teil der
Konjunkturinitiative ist
das neue Wohnpaket. Da-
mit setzt die Regierung
eine Initiative der Bau-
Sozialpartner um, die
Ende vergangenen Jahres
präsentiert wurde.
Das Paket stellt die Mittel für
den Bau von zusätzlichen 30.000
Wohnungen bereit. Von der Ge-
samtinvestitionssumme von 5,75
Milliarden Euro sollen 5 Milliar-
den auf die Wohnraumschaffung
selbst und der Rest auf siedlungs-
bezogene Infrastruktur entfallen.
Die Regierung wird Ha ungen
vergeben, durch die Darlehen
der Europäischen Investitions-
bank leichter erreichbar sind. Die
Mittel der EIB sollen über eine
zu gründende Wohnbauinvestiti-
onsbank an gemeinnützige oder
gewerbliche Bauträger weiterge-
leitet werden.
„Mit dem Wohnpaket wird eine
Win-Win-Win-Situation geschaf-
fen“, so WKÖ-Präsident Christoph
Leitl. Einerseits wird dem Woh-
nungsmangel entgegen gewirkt,
andererseits erfolgt ein wichtiger
Wachstumsimpuls für die Wirt-
scha . Und es entstehen zwischen
16.000 und 20.000 neue Jobs.“
Die Bundesregierung erwartet
vom Wohnpaket eine Erhöhung
des BIP von 0,4 Prozentpunkten.
Um das zu erreichen, müssen
Bund, Länder und Gemeinden an
der Beschaffung von Liegenschaf-
ten mitwirken. Voraussetzung für
die Umsetzung des Paketes ist
eine Novelle im Vergaberecht, die
jetzt in Begutachtung geht.
„Wichtig war für uns, dass die
30.000 Wohnungen aus der Offen-
sive zusätzlich zu den Wohnun-
gen aus der Wohnbauförderung
errichtet werden. Sonst wäre die
Offensive nur eine Umschichtung
und würde keine zusätzlichen
Impulse für den Arbeits- und
Wohnungsmarkt setzen. Unsere
Forderung nach der Wiederein-
führung der notwendigen Wohn-
bauförderung bleibt aufrecht“,
betonen Bau-Bundesinnungsmei-
ster Hans-Werner Frömmel und
Josef Muchitsch, Vorsitzender der
Gewerkscha Bau-Holz.
Durch das Wohnpaket könnten bis zu 20.000 neue Vollzeitjobs entstehen.
Fotos: WKÖ
5,75 Mrd.
Zahl der Woche
Das neue Wohnpaket der Bundesre-
gierung wird Investitionen in Höhe
von 5,75 Milliarden Euro auslösen.
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