NÖ Wirtschaft vom 27. März 2015 / Folge_13 - page 11

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Nr. 13 · 27.3.2015
Niederösterreichische Wirtscha
Österreich
„Wir begrüßen, dass die Re-
gierung auf das diskriminieren-
de Quotenmodell verzichtet hat.
Statt Strafzahlungen braucht die
Wirtscha jetzt dringend positive
Signale“, betont Wirtscha skam-
mer-Präsident Christoph Leitl.
Bei der Steuerreform war eine
Senkung vonLohnnebenkosten ab
2018 nur vage inAussicht gestellt,
nun gibt es die konkretere Aus-
sicht, dass ein Förderprogramm
zur Beschä igung Älterer erar-
beitet wird, das deren Beschä i-
gung in Zusammenhang mit
einer Lohnnebenkostensenkung
tatsächlich unterstützt.
Es wird eine Teilpension einge-
führt. Zudem soll das Pensions-
monitoring nun auch gesetzlich
verankert werden.
Wirtscha smotor in Gang bringen
Mit einem Konjunkturpa-
ket will die Bundesregie-
rung das Wachstum an-
kurbeln. Die Einführung
einer Quotenregelung bei
der Beschä igung Älterer
konnte abgewehrt werden.
EU-Verkehrswirtscha : Gemeinsame
Lösungen statt Alleingänge
Jungunternehmer sollen leichter Zugang zu Finanzierung erhalten.
Fotos: WKÖ
Neben dem Wohnpaket (siehe
Artikel S. 12) ist die gesetzliche
Grundlage für Crowdfunding ein
wichtiger Erfolg für die Wirt-
scha . Mit dem neuen Alter-
nativfinanzierungsgesetz sollen
Start-Ups und Jungunternehmer
leichter Zugang zu Finanzierung
erhalten. Hier wurden langjährige
Forderungen der WKÖ, speziell
der Jungen Wirtscha , erfüllt: Die
Grenze für den Kapitalmarktpro-
spekt wird von 250.000 Euro auf
1,5 Millionen Euro erhöht, von
1,5 Millionen Euro bis 5 Millio-
nen Euro kann ein vereinfachter
Prospekt erstellt werden.
In puncto Finanzierung sollen
auch neue KMU-Finanzierungs-
gesellscha en Verbesserungen
bringen. Dafür wird die maximale
Beteiligungshöhe auf 15 Millio-
nen Euro erhöht. Für Investoren
in
KMU-Finanzierungsgesell-
scha en gibt’s eine gedeckelte
Steuerbefreiung.
Umden Zugang für KMU zu Auf-
trägen im Oberschwellenbereich
Alleingänge einzelner Mitglied-
staaten bei der Umsetzung von
EU-Regelungen führen zu Wett-
bewerbsverzerrungen, kritisiert
die Bundessparte Transport und
Verkehr. Frankreich und Belgien
verbieten Lkw-Fahrern die Abhal-
tung der Ruhezeit in der Schlaf-
kabine. Österreichische Weiter-
bildungsbestätigungen der Kra -
fahrer werden in manchen Mit-
gliedstaaten nicht anerkannt.
Das deutsche Mindestlohnge-
setz sieht neben der Lohnzah-
lungsverpflichtung umfassende
Meldepflichten vor – all das ist
Praxis, obwohl es grundsätzlich
EU-weit geltende Vorgaben gibt.
„In manchen EU-Staaten gibt
es Tendenzen, vom europäischen
Gedanken abzurücken und ‚eige-
ne‘ Sache zu machen“, kritisiert
Bundesspartenobmann Alexander
Klacska. „Wir vermissen Augen-
maß und Fairness. Daher fordern
wir einheitliche, klare Regelun-
gen, die keinen Spielraum lassen,
der sich für Wettbewerb und
Wirtscha negativ auswirkt. Das
Motto lautet: Weg von Alleingän-
gen – hin zu gemeinsamenUmset-
zungen, die Wachstum schaffen.“
Silvio Molin-Pradel, Obmann der
Berufsgruppe Eissalons, eröffnete
im Eissalon Mauß in Wien/Otta-
kring die Eissaison. Schokolade
und Zitrusfrüchte sind die Sorten
Startschuss zur Eis-Saison 2015
des Jahres 2015. Die Mitglieder
der Berufsgruppe engagieren sich
auch heuer wieder für die St. Anna
Kinderkrebsforschung – ein 7000
Euro-Scheck wurde überreicht.
V.l.: Silvio Molin
Pradel, Andrea
Prantl (St. Anna
Kinder-Krebsfor-
schung), Thomas
Longin und Mar-
git Mauß (Eissa-
lon Mauß).
des Vergabegesetzes zu erleich-
tern, wird das Vergaberecht refor-
miert. Besonders Handwerk und
Gewerbe sollen davon profitieren.
Im Vergaberecht soll zudem das
Bestbieterprinzip gestärkt wer-
den. Das heißt, es kommt nicht
mehr automatisch der Billigstbie-
ter zum Zug, sondern in bestimm-
ten Fällen jener, der gemäß einem
vorher festgelegten Punktesy-
stem das beste Angebot legt.
Die Forschungsprämie wird von
10 auf 12 Prozent gehoben. Damit
erhalten Betriebe eine wichtige
Unterstützung im internationalen
Wettbewerb.
Ein Lehrberufspaket bringt 18
neue oder modernisierte Lehr-
berufe. Das Berufsausbildungs-
gesetz macht Lehre mit Matura
attraktiver.
Die Abschaffung der täglichen
Geringfügigkeitsgrenze, die zu
weniger Bürokratie für die Be-
triebe führen wird, und die Hal-
bierung des Verzugszinsensatzes
in der Sozialversicherung, die
Wirtscha und Versicherte ent-
lastet, konnten in schwierigen
Verhandlungen erreicht werden.
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