NÖ Wirtschaft vom 28. Februar 2014 / Folge 9 - page 11

· Österreich · 11
Nr. 9 · 28.2.2014
Niederösterreichische Wirtscha
Erfolge für die Wirtscha
Grundsätzliche Beibehal-
tung der GmbH Neu und
des Gewinnfreibetrages,
sinkende Lohnnebenko-
sten, mehr Mittel für Be-
schä igungsförderung: in
den Regierungsvorhaben
konnte die Wirtscha we-
sentliche Verbesserungen
durchsetzen.
Das vergangene Woche von der
Regierung vorgestellte Arbeits-
marktpaket soll zügig umgesetzt
werden. Ein wesentlicher Punkt
ist die Entlastung des Faktors
Arbeit. Wirtscha skammer-Prä-
sident Christoph Leitl: „Bei den
Lohnnebenkosten liegt Österreich
im internationalen Vergleich seit
Jahren im negativen Spitzenfeld.
Mit der nun fixierten Senkung
werden die Unternehmen um ins-
gesamt 200 Millionen Euro pro
Jahr entlastet. Damit setzen wir
ein klares Signal einer Trendum-
kehr von immer mehr in Richtung
weniger Belastungen.“
So soll der Unfallversiche-
rungsbeitrag per 1. Juli 2014 um
0,1 Prozentpunkte gesenkt wer-
den. Anfang 2015 soll dann auch
der Beitrag zumInsolvenzentgelt-
fonds um diesen Betrag sinken.
350 Millionen Euro
zur Bekämpfung
von Arbeitslosigkeit
350 Millionen Euro will die Re-
gierung für die Schaffung von Be-
schä igung in die Hand nehmen.
Den akuten Handlungsbedarf zei-
gen die jüngsten Prognosen des
WIFO: Demnach soll die Zahl der
Arbeitslosen bis zum Jahr 2015
auf knapp 305.000 steigen – das ist
eine Zunahme von 17.400 Perso-
nen gegenüber 2013. „Diese Zah-
len sprechen eine klare Sprache“,
Mit dem Abgabenänderungsgesetz hat die Wirtscha wichtige Hürden genommen.
Foto: Waldhäusl/Westend61/Schurr
betont Leitl. „Daher ist es jetzt
umso wichtiger, Maßnahmen zur
Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
zu setzen, die rasch greifen. Es
ist erfreulich, dass die Regierung
Forderungen der Wirtscha rea-
lisiert.“ Konkret geplant ist eine
verstärkte Integration älterer Ar-
beitnehmerinnen und Arbeitneh-
mer in den ersten Arbeitsmarkt.
Geplant ist eine Neugestaltung
der Eingliederungshilfe, zudem
wird der Kombilohn ausgebaut.
Beibehaltung von
GmbH Neu und Gewinn-
freibetrag beschlossen
Im Abgabenänderungsgesetz,
das am vergangenen Montag im
Nationalrat beschlossen wurde,
hat die Regierung Forderungen
der Wirtscha mit der grundsätz-
lichen Beibehaltung der GmbH
Neu und des Gewinnfreibetrages
berücksichtigt. Konkret wurde
die Stigmatisierung von GmbH-
Gründern als „gründungsprivile-
giert“ aus dem Gesetzesvorschlag
genommen. Außerdem muss kei-
ne automatische Auffüllung des
Stammkapitals erfolgen, sobald
Gewinne geschrieben werden.
Bis spätestens zehn Jahre nach
Gründung ist die Stammeinlage
auf insgesamt zumindest 35.000
Euro anzuheben.
Der Gewinnfreibetrag, das
Äquivalent für Selbstständige zur
Begünstigung des 13./14. Monats-
gehalts der Arbeitnehmer, wird
bis 30.000 Euro Jahresgewinn
uneingeschränkt gewährt. Und
für Gewinne über 30.000 Euro
pro Jahr bleibt die steuerbegün-
stigte Investitionsmöglichkeit in
Form von Realinvestitionen oder
Investitionen in Wohnbauanlei-
hen bestehen. Bei der Normver-
brauchsabgabe wird nun ein Dek-
kel eingezogen: Maximal sollen
kün ig 32 Prozent des (Netto-)
Kaufpreises fällig werden.
Der Handwerkerbonus hat am
vergangenen Dienstag den Mini-
sterrat passiert, er soll ab Juli in
Kra treten.
Eingereicht werden können
Rechnungen bis zu 3.000 Euro.
Rückerstattet werden 20 Prozent
des Rechnungsbetrages, pro Jahr
und Förderwerber also maximal
600 Euro. Für den Handwerkerbo-
nus stehenheuer 10Millionenund
2015 weitere 20 Millionen Euro
zur Verfügung.
Zitat der Woche
„Mit diesem Maßnahmenpaket setzt die Bundes-
regierung dringend notwenige Schritte. In diese
Richtung müssen wir weiter arbeiten.“
WKÖ-Präsident Christoph Leitl
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