Page 7 - Folge_16

Basic HTML Version

· Österreich · 7
Nr. 16 · 20.4.2012
Niederösterreichische Wirtscha
Peter Voithofer und Christoph Leitl.
Fotos (2): WKÖ
Österreich schließt
Steuerabkommen
mit der Schweiz
Das Steuerabkommen mit
der Schweiz ist besiegelt.
Es regelt die Besteuerung
von Schwarzgeldkonten,
welche von Österreichern
bei Schweizer Banken ge-
halten werden und soll per
2013 in Kra treten. Bisher
unversteuerte Gelder von
Österreichern auf Schweizer
Bankkonten sollen pauschal
und einmalig mit 15 bis 38
Prozent besteuert werden.
In der Folge fällt laufend
eine 25-prozentige Abgabe
auf die Zinserträge an. Steu-
erflüchtlinge, die jetzt ihre
Abgaben zahlen, entkommen
einem Finanzstrafverfahren -
unter Umständen auch einer
Gefängnisstrafe. Sie haben
fünf Monate Zeit, um sich zu
melden.
Privatsti ungen und Perso-
nen- bzw. Kapitalgesellschaf-
ten sind von dem Abkommen
nicht betroffen, sondern nur
natürliche Personen mit
Wohnsitz in Österreich, die
am 1.1.2013 ein Konto oder
Depot bei einer Schweizer
Bank besitzen. „Mit diesem
Abkommen ist Steuerge-
rechtigkeit eingetreten“, so
die österreichische Finanz-
ministerin Maria Fekter am
vergangenen Freitag auf
einer gemeinsamen Presse-
konferenz mit ihrer Schwei-
zer Amtskollegin Eveline
Widmer-Schlumpf. Das Ab-
kommen sei für Österreich
deshalb „besonders wertvoll,
weil wir im steuerlichen
Wettbewerb Gleichbehand-
lung herstellen können“.
Denn, egal, ob in Österreich
oder der Schweiz, in Zukun
werde die Kapitalertrags-
steuer eingehoben.
„
Finanzpolitik
deutlich entlasten!
1Mrd. Euro
Aus dem Monitoringbericht der SVA geht hervor, dass
die Krankenkassen in den vergangenen drei Jahren ohne
Leistungskürzungen insgesamt bereits eine Milliarde Euro
an Schulden abgebaut haben.
Zahl der Woche
auch in schwierigen Zeiten abge-
sichert sind.“ Um dabei punktge-
nau die Bedürfnisse der EPU und
KMU abdecken zu können, startet
die SVA eine Urbefragung unter
ihrenVersicherten, die Ergebnisse
sollen im Herbst vorliegen.
Wertvolle Anhaltspunkte bietet
auch eine von der WKÖ beim For-
schungsinstitut KMU Forschung
Austria in Au rag gegebene
Umfrage, die detailliertes Zah-
len- und Datenmaterial über die
heimische Kleinstunternehmer-
landscha bringt. Demnach sind
rund 240.000 Unternehmen in
Österreich EPU, das macht einen
Anteil von 54 Prozent an allen
Wirtscha skammer-Mitgliedsbe-
trieben aus.
Die Erhebung zeigt, wie hetero-
gen die Gruppe der EPU in Öster-
reich ist. Peter Voithofer von der
KMU Forschung: „KMU sind der
Inbegriff von Vielfalt. Die einzige
Gemeinsamkeit ist, dass sie keine
Angestellten beschä igen.“ Ein
Fün el der Kleinstunternehmen
machen weniger als 10.000 Euro
Jahresumsatz, am anderen Ende
Diskriminierung stoppen
f
Wochengeld von Unternehmerinnen auf das Ni-
veau des durchschnittlichen Wochengeldes von
Arbeitnehmerinnen heben, das entspricht einer
Erhöhung auf 50 Euro pro Tag.
f
Mehr Rechtssicherheit für den Selbständigen-
status durch eine unabhängige Schlichtungs-
stelle beziehungsweise gesetzliche Richtlinien.
Derzeit entscheidet die Gebietskrankenkasse
über die Zuordnung von Versicherten.
f
Schrittweise Angleichung der Mindestbei-
tragsgrundlage in der Krankenversicherung bis
spätestens 2015 an die Geringfügigkeitsgrenze
der Arbeitnehmer.
f
Unterstützung bei Krankheit: Nach sechs Wo-
chen sollen Selbständige eine mit Arbeitneh-
mern vergleichbare finanzielle Unterstützung
durch die AUVA erhalten. Dazu gibt es bereits
Forderungen der Wirtschaftskammer
eine prinzipielle Einigung in der Bundesregie-
rung, Details werden bis zum Sommer ausge-
arbeitet.
EPU entlasten
f
Verzugszinsen bei Beitragsrückständen senken.
f
Steuerliche Absetzbarkeit für Büro bzw.
Arbeitsplatz im eigenen Wohnungsverband
ausbauen.
Flexibilisieren und vereinfachen
f
Kleinstunternehmerregelung erweitern.
f
Freiwillige Arbeitslosenversicherung flexibler
und attraktiver machen.
f
Steuererklärungen deutlich vereinfachen.
Info-Angebot ausweiten
f
Informationsoffensive der SVA über Möglich-
keiten zur Beitragsreduktionen beziehungswei-
se über Unterstützungen und Selbstbehaltsbe-
freiungen.
der Skala erzielen weitere 20
Prozent mehr als 50.000 Euro
Vorsteuergewinn. Die meisten
EPU gibt es bei den gewerblichen
Dienstleistern, in der IT und im
Bereich Werbung und Marktkom-
munikation.
Im Gegensatz zu der medial
immer wieder transportierten
Stimmung ist die überwiegende
Mehrheit der EPU (nämlich 70
Prozent) mit der Entwicklung
des eigenen Unternehmens sehr
zufrieden oder zufrieden. Am zu-
friedensten sind die 20- bis 29-jäh-
rigen (79 Prozent) und die 30- bis
39-jährigen Einzelunternehmer
(81 Prozent).
„
f
Weitere Informationen zur Studie:
wko.at/presse/epu-studie_2012.pdf