Salzburger Wirtschaft vom 03.April 2020 / Folge_7

16 · Unternehmen · Nr. 7 · 3. 4. 2020 Salzburger Wirtschaft Junge Schneidermeisterin trotzt der Krise Im Jänner 2020 hat sich Anna Neuhofer selbst- ständig gemacht. Doch dann kam Corona. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, bietet sie der Krise mit modischen Schutzmasken die Stirn. „Ich bin überwältigt von dem positiven Feedback und davon, dass meinen Kunden die Masken so gut gefallen“, sagt die 23-jäh- rige Schneidermeisterin. Die Masken sind zweischichtig aus Baumwolle gefertigt und luft- durchlässig, wodurch man laut Neuhofer sehr gut atmen kann. Für die Innenseite der Masken wird 100%ige naturweiße, unbe- handelte Molino-Baumwolle verwendet. Die Stoffe auf der Außenseite unterscheiden sich je nach Modell: von reiner Baum- wolle bis zu Möbelstoffen, die etwas wärmer und wasserabwei- send sind. Zwischen den beiden Lagen befindet sich eine Filterta- sche, in die etwa eine Doppellage Taschentücher oder Küchenrolle als Filter eingelegt werden kann. Je mehr man spricht, umso feuch- ter werden die Masken, wodurch die Schutzfunktion abnimmt. Des- halb sollen die Filter alle zwei bis drei Stunden gewechselt werden. „Außerdem sollten die Masken je nach Gebrauch einmal täglich bei 90 Grad in Salzwasser gewaschen werden, um sie zu desinfizieren“, empfiehlt Neuhofer. Masken nach Alltagsheldinnen und -helden benannt Kunden können gegen einen kleinen Betrag die Patenschaft für einzelne Modelle übernehmen, die dann nach deren persönlichen Alltagsheldinnen oder -helden benannt werden. „Die ersten fünf Modelle wurden bereits nach den Alltagsheldinnen Angelika, Lola, Lisa, Birgit und Melanie benannt. Sie alle sind Krankenschwes- tern, die nicht nur in Krisenzei- ten wunderbare Arbeit leisten“, erklärt Neuhofer. Alle Modelle sind in den Größen S (Kinder), M (Damen) und L (Herren) erhält- lich. Aufgrund der großen Nach- frage wurde bereits ein Online- Shop eingerichtet, über den der Verkauf abgewickelt wird. www.dieschneidermeisterin.at/ shop Anna Neuhofer mit einer von ihr gefertigten Schutzmaske. Flughafen arbeitet auf Sparflamme Der Salzburger Flughafen hat mit 1. April den zivilen Flugver- kehr bis auf weiteres eingestellt. Zugleich wurden die Mitarbei- ter in Kurzarbeit geschickt. Die Unternehmensgruppe werde mit vielen Sparmaßnahmen wirt- schaftlich abgesichert, betont Geschäftsführerin Bettina Gang- hofer. „Wir wollen die Arbeits- plätze aller Mitarbeiter retten. Das geht nur mit Kurzarbeit und wir haben den Konzern vorerst für drei Monate dazu angemeldet.“ Ein Großteil der alten Urlaube und ein Teil der Zeitguthaben sei bereits von den Mitarbeitern kon- sumiert worden. Mehr als 80 von ihnen arbeiten im Home-Office. Für Behörden- und Rettungs- flüge bleibt der Flughafen geöff- net. Auf Anfrage stehe er inner- halb von drei Stunden auch wie- der für die zivile Nutzung zur Verfügung, versichert Ganghofer. Foto: privat hotelkit entwickelt Tool fürs Covid-Bettenmanagement Das Software-Unter- nehmen hotelkit entwickelte mit seinem Produkt medikit eine Lösung für die Salzburger Landeskrankenhäuser (SALK) zur Erfassung und Auswertung der Betten- kapazitäten. In nur 24 Stunden entwickelte das Salzburger IT-Unternehmen eine Lösung für das Bettenma- nagement der gesamten SALK. Ausgehend von einem Pilotpro- jekt mit der Anästhesie sowie dem Management der Intensiv- betten in den SALK werden in den kommenden Tagen salzburgweit 15 Krankenhäuser in den Prozess eingebunden. medikit wird dabei die Bettenkapazitäten aller Sta- tionen in Echtzeit koordinieren und managen. Somit geht keine Zeit verloren und alle Daten für die amtliche Meldepflicht an das Ministerium sind mit wenigen Klicks verfügbar. „Mit medikit sparen wir uns extrem viel Zeit. Vor allem der Dokumentations- und Koordinationsaufwand ist um einiges gesunken“, betont Privatdozent Dr. Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken. medikit ist ein Produkt der hotelkit GmbH und unterstützt medizinische Organisationen dabei, die interne Kommuni- kation und das Qualitäts- und Prozessmanagement im Gesund- heitswesen nachhaltig zu verbes- sern. „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir in diesen Tagen für die Krankenhäuser in Salzburg eine digitale Stütze sind und unseren Beitrag in dieser schweren Zeit leisten können“, ergänzt Marius Donhauser, CEO von hotelkit. Vor etwas mehr als einem Jahr führte die SALK in ausgewählten Stationen die in Hotels über viele Jahre erprobte Plattform ein. Seit- dem digitalisiert medikit ausge- wählte Prozesse beispielsweise in der HNO- sowie MKG-Abteilung und unterstützt die Mitarbeiter in der internen Kommunikation. „Durch unsere Lösung können auch Krankenhausmitarbeiter in den SALK orts- und zeitunabhän- gig via App auf medikit zugrei- fen“, erklärt Dr. Johannes Gebauer, Co-Founder von medikit. Die hotelkit GmbH wurde vor acht Jahren vom Salzbur- ger Hotelier Marius Donhauser aufgrund der Erfahrungen und Herausforderungen im eigenen 4-Sterne-Stadthotel „Der Salzbur- ger Hof“ gegründet. Die All-in- one-Hotel-Operations-Plattform hotelkit digitalisiert alle Prozesse im Hotel und bietet verschie- denste nützliche Funktionen, um den Hotelalltag zu erleichtern. Die Software ist mehrfach inter- national ausgezeichnet und wird in mehr als 1.200 Hotels in 40 verschiedenen Ländern genutzt. medikit erleichtert den Überblick über die Betten- belegung bei hoher Patienten- frequenz. Foto: hotelkit GmbH/ra2

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