Salzburger Wirtschaft vom 07.Februar 2020 / Folge_3

18 · Nr. 3 · 7. 2. 2020 Salzburger Wirtschaft Branchen Leichtes Plus für Salzburgs Händler Der Einzelhandel kann mit dem Jahr 2019 zufrieden sein: Die Umsätze sind erneut gestiegen. Im Bundesland Salzburg verzeich- neten die stationären Einzelhänd- ler im Vorjahr einen Nettoumsatz von rund 4,6 Mrd. €. Laut der aktu- ellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria sind die Erlöse gegenüber 2018 um 0,9% nach oben gegangen. In den Jahren zuvor hatten die Zuwächse 2,3 bzw. 1,3% betragen. „Die positive Ent- wicklung, die wir seit 2011 beob- achten können, hat sich – wenn auch in abgeschwächter Form – fortgesetzt“, erklärt KommR Hart- wig Rinnerthaler, Obmann der Sparte Handel. Berücksichtigt man die Preis- steigerung, die im Einzelhandel mit 1,1% niedriger ausgefallen ist als die allgemeine Inflationsrate von 1,5%, ergibt sich allerdings ein reales Minus von 0,2%. „Das zeigt, dass die Bilanz Licht und Schatten aufweist. Es ist uns aber gelungen, das hohe Niveau des Jahres 2018 annähernd zu halten“, meint Rin- nerthaler. 36% der Salzburger Einzel- handelsgeschäfte durften sich 2019 über nominelle Umsatz- zuwächse freuen, 27% meldeten stabile Erlöse. Auf der anderen Seite mussten aber immerhin 37% Umsatzrückgänge hinnehmen. Besonders gut liefen die Geschäfte im April und im Juli: Hier gab es Steigerungen von 5,5 bzw. 4,3%. Zum guten Ergebnis hat auch das Weihnachtsgeschäft beigetra- gen, wo die Einzelhandelsumsätze österreichweit um 1,5% auf 1,66 Mrd. € gewachsen sind. „Wir wis- sen aus den Rückmeldungen der Händler, dass das Plus in Salzburg etwa gleich hoch war“, sagt Rin- nerthaler. Mit durchschnittlich 25.800 unselbstständig Beschäftigten ist der Einzelhandel ein wichti- ger Arbeitgeber für Salzburg. Die Zahl der Mitarbeiter steigt seit 2010 kontinuierlich an, im Vor- jahr betrug das Plus 0,7%. „Damit liegt die Beschäftigungsentwick- lung über dem Österreichschnitt von 0,5%. Das freut mich natür- lich besonders“, meint Rinner- thaler, der mit einem weiteren Anstieg rechnet. Expertentipps für Auslandsgeschäfte Die Fachvertretung Außenhandel veranstaltete kürzlich gemeinsam mit der Abteilung Verkehrspolitik der WK Salzburg einen Informa- tionsabend anlässlich des Erschei- nens der Incoterms 2020. Dabei handelt es sich um Vertrags- und Lieferbedingungen der Interna- tionalen Handelskammer ICC, die Rechte und Pflichten von Käufern sowie Verkäufern regeln. Das Thema wurde von drei Vor- tragenden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Clemens Waldmann gab als Experte und ICC-zertifizierter Trainer einen Überblick über die Regelung, die in erster Linie den Gefahrenüber- gang betrifft. Dazu zählen aber auch Lieferung, Ab- und Über- nahme, Zahlung, Lizenzen, Geneh- migungen, Formalitäten sowie Sicherheitsanforderungen. Die auf internationales Ver- tragsrecht spezialisierte Rechts- anwältin Mag. Amelie Pohl beschäftigte sich anhand von Praxisbeispielen mit der Ver- tragsgestaltung und den damit verbundenen Tücken im Geschäftsalltag wie etwa der Durchsetzbarkeit des Rechtsan- spruchs. Hier könne ein Schieds- gericht der ICC eine praktikable Lösung sein. Mag. Andreas Gfrerer, Geschäftsführer der Spedition Condor, legte sein Hauptaugen- merk auf Logistikverträge. Gfre- rer empfahl, den Kaufvertrag inklusive der vereinbarten Inco- terms mit den Logistikverträgen abzustimmen, um ein zufrieden- stellendes Ergebnis zu erzielen. Philipp Mayer- hofer (Fachver- tretung Außen- handel), Clemens Waldmann, Amelie Pohl, Gremial­ geschäftsführerin Julia Peham-Zver, Andreas Gfre- rer und Robert Soder, Leiter der Abteilung für Ver- kehrspolitik (v. l.). Die Umsätze der Salzburger Einzelhändler haben 2019 – wie schon in den Jahren zuvor – zugenommen. Foto: oneblink /stock.adobe.com Foto: WKS

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