Salzburger Wirtschaft vom 19. Juli 2019 / Folge 14

· 13 Nr. 14 · 19. 7. 2019 Salzburger Wirtschaft BMW bekennt sich zu Salzburg Der deutsche Auto­ hersteller BMW investiert fast 30 Mill. € und baut den Standort Salzburg massiv aus. Vor gut zehn Jahren stand noch eine Absiedlung von BMW Öster- reich nach Wien im Raum. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Mit dem Bau des „BMW Group Campus Salzburg“ legt der Autokonzern aus Bayern ein nachdrückliches Bekenntnis zum Standort ab. Das neue Bürogebäude mit Schulungs- sowie Trainingscen- ter kostet mehr als 28 Mill. € und soll Ende 2020 fertiggestellt werden. „Das ist ein historischer Moment für die BMW-Gruppe in Österreich und ein wichti- ges Signal an die Region“, sagte Neil Fiorentinos, Geschäftsführer der BMW-Group-Region Zent- ral- und Südosteuropa, bei der Grundsteinlegung. „Durch diese Investition wird unsere Position in Österreich weiter gestärkt“, ergänzte Christian Morawa, Geschäftsführer der BMW Aust- ria GmbH. Das Unternehmen sei seit der Gründung im Jahr 1977 stark gewachsen. „Damals haben wir ausgehend von Salzburg etwas mehr als 6.000 BMW in Öster- reich verkauft. Im Vorjahr waren es fast 72.000 Automobile, die wir von hier aus in zwölf Län- dern abgesetzt und dabei rund 3 Mrd. € Umsatz generiert haben. Der Mitarbeiterstand hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf rund 400 verdreifacht.“ Neue Arbeitswelten für die Belegschaft Neben BMW Austria haben noch drei weitere Gesellschaften der BMW-Gruppe ihren Sitz in Salzburg: die für die Region Zent- ral- und Südosteuropa zuständige BMW Vertriebs GmbH, die BMW Austria Bank GmbH und die BMW Group Financial Services. Im neuen, 12.000 Quadratmeter großen Campus Salzburg will der Autokonzern sein Konzept der „Neuen Arbeitswelten“ umsetzen. „Vor allem junge Leute wollen offene und teamübergreifende Formen der Zusammenarbeit. Wir ermöglichen es, flexibel und von zu Hause aus zu arbeiten. Das steigert unsere Attraktivität als Arbeitgeber“, erklärt Morawa. Versiegelten gemeinsam den Grundstein des neuen Gebäudes, das im Salzburger Stadtteil Maxglan errichtet wird: Neil Fiorentinos (BMW) und Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Foto: www.maislinger-christian.at Käsekompetenz seit 1889 Die Privatkäserei Woerle fei- ert heuer ihr 130-jähriges Jubi- läum. 1889 nahm Johann Baptist Woerle – der Urgroßvater des heutigen Eigentümers Gerhard Woerle – die erste namentlich erwähnte Emmentaler-Käse- rei Österreichs in Betrieb. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs gehörten bereits 22 Produkti- onsstätten für Emmentaler zum Unternehmen. Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von einer stän- digen Weiterentwicklung. Neue Käsesorten kamen auf denMarkt, 1929 wurde das erste österreichi- sche Schmelzkäsewerk errichtet. „1983 haben wir in einen neuen, modernen, zentralen Produkti- ons- und Verwaltungskomplex in Henndorf investiert. Damit wurde der Grundstein für einen Expansionskurs gelegt, der bis heute anhält. Derzeit erweitern wir das Firmenareal in Henndorf von drei auf fünf Hektar“, sagt Gerhard Woerle, der das Fami- lienunternehmen seit 1976 in vierter Generation führt. Heute ist die Käserei in Öster- reich Marktführer bei Heu- milch-Emmentaler und Schmelz- käse-Scheiben. Der Exportanteil beträgt rund 50%. Zuletzt erwirt- schaftete das Unternehmen mit 300 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 130 Mill. €. Foto: Woerle Foto: www.luerzerhof.at Eigentümer Gerhard Woerle und sein Sohn Gerrit Woerle, der in fünfter Generation die Unterneh- mensführung übernehmen soll. Wellnesshotel ist energieautark In Untertauern wurde kürzlich das vor einem Jahr in Betrieb genommene Wasserkraftwerk Taurach offiziell eröffnet. Durch das Gemeinschaftsprojekt des Hotels Lürzerhof und der Bun- desforste werden jährlich rund 6.300 Tonnen Kohlendioxid ein- gespart. „Das Kleinwasserkraft- werk versorgt das Alpin Life Resort Lürzerhof mit Strom, wobei der Großteil der überschüs- sigen Energie in das öffentliche Netz eingespeist wird“, erklärt Hotelier Harald Habersatter. Die Stromversorgung sei auch dann gewährleistet, wenn das öffentli- che Netz ausfalle. Die Wärme für das Wellness- hotel wird in einem eigenen Biomasseheizwerk erzeugt, die Trinkwasserversorgung erfolgt über eine hoteleigene Quelle. „Jetzt schließt sich der Kreis und unser Hotel wird durch das Kraft- werk Taurach auch mit Strom versorgt“, freut sich Harald Habersatter. Das Wasser- kraftwerk Tau- rach erzeugt pro Jahr rund 7.500 Mega- wattstunden Strom mit einer Spitzen- leistung von 2.100 Kilowatt- stunden.

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