NÖ Wirtschaft vom 8. Februar 2019 / Folge_5_6

Bei der Herstellung von intelligenten Maschinen ist Japan Nummer eins. Über 50 Prozent der weltweiten Nachfrage werden in Nippon hergestellt. Unternehmen aus Niederösterreich informierten sich mit den TIP NÖ vor Ort über Trends der Automatisierung und Robotik. Seit 1999 ist Gerhard Gschwandt- ner als Technologie- und Innova- tionsPartner (TIP NÖ), einer In- itaitive von WKNÖ und Land NÖ, für die Hollabrunner Firma SBI Produktion techn. Anlagen GmbH & Co KG der Ansprechpartner für die Durchführung und Förderun- gen bei Forschungsprojekten. „Ich musste daher nicht lange überlegen, als mich Firmenchef Ferdinand Stempfer fragte, ob ich ihn bei der Zukun sreise ‚Au- tomatisierung und Robotik‘ der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA nach Japan begleite“, erinnert sich Gschwandtner – auch an seine ersten Gedanken: „Acht Stunden Zeitunterschied, ist uns Japan allein schon deswegen bei dieser Thematik voraus oder wird auch hier nur mit Wasser gekocht? Und welche Tipps kann ich für Niederö- sterreichs Betriebe mitnehmen, um sie bei Innovationen noch besser zu unterstützen?“ Gerhard Gschwandtner wurde nicht ent- täuscht – zum Mitnehmen gab es Vieles. So erlebten die Firmen in Tokio im Headquarter der Firma SMC Corporation, die in Korneuburg mit der SMC Pneumatik GmbH eine Niederlassung inNÖ betreibt, wie Automatisierung gelebt und eingesetzt wird. Viel Handarbeit trotz Einsatz von Robotern „Die Denkansätze für den Ein- satz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung waren im- posant. Was aber auffällig war: Dennoch wird in der Produktion viel in Handarbeit erledigt“, be- schreibt Markus Brunnthaler, Chef der Miraplast Kunststoffverarbei- tungsGmbH in Würmla im Bezirk Tulln. Beeindruckend sei die straffe Organisation und klare Strukturie- rung der Abläufe. In der japanischen Hauptstadt standen ein Besuch bei Kawada Robotics und bei Sony Computer Science Laboratories am Pro- gramm, bevor es für die 30-köpfige Delegation aus Österreich, in Rich- tung, Fujiyama ging. Am Fuße des höchsten Bergs Japans baut Fanuc Corporation mit 4.000 Robotern Monat für Monat über 7.000 Ro- boterkollegen. Innovationsoptimierer aus Ba- den, Klaus Hitzenberger, zeigte sich erstaunt „wie wenig Berüh- rungsängste die Japanermit neuen Technologien haben“. Spannend sei auch zu sehen, dass Roboter immer wieder menschliche Ähn- lichkeiten aufweisen müssen: „Ich freue mich, die Erkenntnisse und Inspirationen der Reise an meine Kunden weiterzugeben.“ Auch im Baumanagement ist es im Land der aufgehenden Sonne bereits üblich auf Automatisati- on zu setzen. Mit Drohnen wird das Gelände vermessen und der Baufortschritt täglich überwacht. Baufahrzeuge werden zwar von Menschen gesteuert, die Maschi- nen korrigieren aber, wenn der Fahrer falsche Handlungen setzen möchte oder übernehmen die Fein- justierung. Doch nicht nur die Technologie stand imMittelpunkt, wie SBI-Fir- menchef Ferdinand Stempfer be- tont: „Der Austausch mit anderen Unternehmern über die Themen und das Potenzial hier zukün ig gemeinsame Projekte angehen zu können, ist unbezahlbar. Ein Danke an die Außenhandelsstelle für das spannendeNetzwerktreffen und den Technologiebeau ragten Marcel Rasinger für die Organisa- tion der Reise.“ Wissen aus erster Hand für die NÖ Unternehmen Und ist Japan jetzt weiter als acht Stunden in der Digitalisierung voraus? Gerhard Gschwandtner, TIP NÖ, beruhigt: „Ja, wir können viel von Japan lernen. Doch mehr als acht Stunden sind es nicht! Ich kenne zahlreiche Firmen aus Nie- derösterreich, die sich nicht verste- cken müssen. Jetzt geht es darum, dieses Wissen an jene Betriebe zu vermitteln, die ihre Chancen mit Hilfe der Digitalisierung noch nicht nutzen – das Team der TIP NÖ steht zur Seite.“ Robotik: Ist Japan nur 8 Stunden voraus? Niederösterreich Im Headquarter der SMC Corporation in Tokio erlebten die österreichischen Firmen, wie Automatisierung effizient eingesetzt wird. Foto: Außenwirtscha Austria „ Kontakt TIP NÖ Nächste Veranstaltung: 20. März: Netzwerktreffen Künstliche Intelligenz, WKNÖ-Bezirksstelle Mödling Mehr zum Einsatz von Digitalisierung und KI auf: www.tip-noe.at www.plattform-ki.at Ferdinand Stempfer (li.) und Klaus Hitzenberger mit Roboter NEXTA- GE von KAWADA Robotics. Markus Brunnthaler (li.) und Elmar Paireder bei SMC Corporation. Fotos: Gschwandtner

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