NÖ Wirtschaft vom 05. August 2016 / Folge 30/31 - page 5

Folgen des BREXIT für EU
EU verliert zweitgrößte
Volkswirtscha und viert-
größten Nettozahler
EU-Binnenmarkt verkleinert
sich um 17,6% (EU-BIP)
Anteil der EU am globalen
BIP verkleinert sich von 17%
auf 14,6%
Anteil der EU an globalen
Exporten verkleinert sich
von 33,9% auf 30,3%
In absoluten Zahlen hätte
Deutschland die größten
Einbußen: 15% weltweite
Importe ins Vereinigte Kö-
nigreich aus DEU, 10% Ex-
porte nach DEU (Österreich
ist indirekt durch Zulieferun-
gen betroffen).
EU verliert wichtiges
Sprachrohr: EU müsste auf
Einfluss von GB in globalen
Entscheidungsgremien ver-
zichten (UN-Sicherheitsrat,
G7, G20, IWF, WB). Außer-
dem gilt GB als zuverläs-
siger Verbündeter der USA
und pflegt enge Beziehungen
zu ehemaligen Kolonien.
Rückschlag für sicherheits-
politische Belastbarkeit:
GB ist in der gemeinsamen
europäischen Außen- und
Sicherheitspolitik (GASP)
kaum ersetzbar. Umgekehrt
braucht GB die EU bei si-
cherheitspolitischen Heraus-
forderungen (Terrorismus!).
Wirtscha sbeziehungen zu Niederösterreich
Besonders vom BREXIT be-
troffen sind Maschinen- und
Fahrzeugindustrie (direkte
und indirekte Zulieferungen)
sowie Halbfertigprodukte.
Unmittelbare Auswirkungen
des BREXIT auf Niederös-
terreich spürbar, aber nicht
dramatisch. Das Vereinigte
Königreich ist zwar der el -
wichtigste Handelspartner
Niederösterreichs, hat aber
nur einen Anteil von 2,4%
am gesamten Warenaußen-
handel Niederösterreichs.
Es ist aber auch mit mit-
telbaren Auswirkungen zu
rechnen, etwa über
Einbrüche in der deutschen
Automobilindustrie (Zulie-
ferthematik) und in MOEL.
GB für NÖ el wichtigster
Handelspartner: NÖ expor-
tiert nach GB Waren im Wert
von 482 Mio. €.
Tourismus: 27.500 Briten
mit 47.000 Nächtigungen
2015 in NÖ. Die NÖ-Touris-
musbranche wird besonders
von der Abwertung des bri-
tischen Pfund betroffen sein.
Das wird die Auslandsreisen
der Briten in Zukun ver-
teuern.
BREXIT: Der Ablauf
Station 6
Station 1
Station 3
Station 5
Station 2
Start
Station 4
BREXIT
Austrittsabkommen gemäß Artikel 50 Europäische Verfassung
Europäischer Rat (außer Vereinigtes Königreich) beschliesst im Konsens die
Leitlinien für die Austrittsverhandlungen
Europäische Kommission übermittelt Empfehlungen an Rat, der mit superqualifizierter Mehrheit
(ohne Vereinigtes Königreich) Verhandlungsmandat beschliesst und Chefverhandler bestellt
Die Europäische Kommission nimmt Verhandlungen mit dem Vereinigten Königreich auf
Das Europäische Parlament stimmt dem Austrittsabkommen mit einfacher Mehrheit zu
Der Rat (ohne Vereinigtes Königreich) stimmt dem Austrittsabkommen mit
superqualifizierter Mehrheit (72% Mitgliedsstaaten, 65% Bevölkerung) zu
BREXIT: Der Ablauf
BREXIT: Der Ablauf
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Fotos: Fotolia
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