NÖ Wirtschaft vom 05. August 2016 / Folge 30/31 - page 15

· Österreich · 15
Nr. 30/31 · 5.8.2016
Niederösterreichische Wirtscha
Handel hofft auf Konjunkturbelebung
rund ein Drittel des gesamten
Einzelhandelsvolumens
stellt.
Trotz Zielpunkt-Pleite stiegen
die Umsätze nominell um 2,2
Prozent – oder sogar deswegen:
„Die Umsätze können die Mitbe-
werber locker auffangen, diese
machen somit mehr Umsatz je
Quadratmeter“, so Buchmüller.
Die Branche hätte sich ein spür-
bares „Lü erl, einen Aufwind“
von der Steuerreform erwartet,
geworden sei es aber nur ein
„kleiner Hauch“, erläuterte Peter
Buchmüller, Obmann der Bun-
dessparte Handel in der WKÖ, die
Entwicklung seiner Branche im
ersten Halbjahr 2016.
Der stationäre Einzelhandel er-
zielte in den ersten sechsMonaten
des Jahres ein nominelles Umsatz-
wachstum von 1,2 Prozent, das ist
ein reales Plus von 0,7 Prozent,
ergab die aktuelle Konjunkturbe-
obachtung der KMU Forschung
Austria, die auf den Daten von
rund 4.500 Geschä en basiert.
Getragen wird das Konjunk-
turwachstum wie auch schon im
Gesamtjahr 2015 vor allem von
der dynamischen Entwicklung
im Lebensmitteleinzelhandel, der
Der Einzelhandel ist
und bleibt ein stabiler
Wirtscha ssektor. Die
von der Steuerreform
erhoffte Dynamik stellte
sich aber nicht ein.
Die ohnehin geringen Margen im
Handel sind aufgrund der vielen
Aktionen noch weiter von 2,5 auf
1,9 Prozent gesunken.
Nun bleibe abzuwarten, inwie-
weit sich die Belebung der Bin-
nennachfrage heuer noch in den
Kassen der Händler niederschlägt,
meinte Ernst Gittenberger von der
KMU Forschung Austria. Laut den
Erhebungsergebnissen gehen 92
Prozent der Einzelhändler für die
nächsten Monate von einer sta-
bilen Geschä sentwicklung aus.
Nur vier Prozent rechnen mit
einer Verbesserung, ebenfalls vier
Prozent erwarten eine Verschlech-
terung.
„
Hotellerie: Mehr ÖW-Mittel für den Inlandsgast
Ein klares Zeichen der Unter-
stützung fordert Egger von der
Politik auch für die Betriebs-
übernahmen in der Hotellerie
ein. Viele Junge, die den – meist
familiären – Betrieb übernehmen
sollen, sind aufgrund des hohen
Aufwandes nicht mehr dazu zu
motivieren.
„Diese Jungunternehmer muss
man gleich behandeln wie Start-
ups“, betont Egger, der sich für
diese Betriebe eine temporä-
re Befreiung von Lohnneben-
kosten und Erleichterungen bei
der Betriebsanlagenüberprüfung
wünscht.
Notwendig sei dies einerseits
vor dem Hintergrund der heuer
erfolgten Mehrwertsteuer-Erhö-
hung auf 13 Prozent auf Nächti-
gungen, welche die Branche hart
trifft, so Egger. Er fordert, mehr
Mittel der Österreich Werbung
für Urlaub im eigenen Land zu
verwenden.
Ein klares Bekenntnis der
Politik zum Tourismus-
standort Österreich for-
dert Siegfried Egger, Ob-
mann des Fachverbandes
Hotellerie in der WKÖ.
Problematisch sehen die Ho-
teliers die steigende Konkurrenz
durch Privatvermieter. Allein in
Wien werden rund 5.600 Privat-
unterkün e angeboten, denen
gegenüber stehen 65.000 Hotel-
betten. Während die Hotellerie
mit immer mehr Bürokratie zu
kämpfen hat, gibt es für Privat-
vermieter wenige Auflagen, viele
würden sich auch nicht an den
gesetzlichen Rahmen halten. Der
Fachverband fordert daher die
Politik auf, die Hotellerie mit den
Privatvermietern auf Augenhöhe
zu bringen und fairenWettbewerb
herzustellen.
„
Obmann Siegfried Egger.
„
Zwischenbilanz 2016
Quelle: KMU Forschung Austria / WKÖ-Bundessparte Handel
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