NÖ Wirtschaft vom 05. August 2016 / Folge 30/31 - page 14

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Nr. 30/31 · 5.8.2016
Niederösterreichische Wirtscha
Österreich
In den vergangenen Jahren
hat die Belastung der Wirt-
scha durch statistische Erhe-
bungen dank enger Koopera-
tion mit der Statistik Austria
kontinuierlich abgenommen.
Insbesondere die Klein- und
Mittelbetriebe haben davon
stark profitiert.
Wie die jüngsten Ergebnis-
se des Belastungsbarometers,
mit dem die administrative
Belastung der heimischen
Betriebe gemessen wird, zei-
gen, waren 2015 nur rund 12
Prozent der österreichischen
Unternehmen meldepflichtig,
das heißt knapp 90 Prozent
werden nicht mit verpflichten-
den statistischen Erhebungen
belastet. Klein- und Kleinstun-
ternehmen sind aufgrund von
Schwellenwerten entweder
ganz von der Meldepflicht
befreit oder werden nur durch
Stichproben abgedeckt.
Seit 2001 ist ein Rückgang
der Belastung von 21,6 Pro-
zent zu beobachten. Durch
Maßnahmen wie die Redukti-
on der Stichprobenmasse, An-
hebung von Meldeschwellen
und die verstärkte Nutzung
von Verwaltungsdaten bei der
Leistungs-, Struktur- und Au-
ßenhandelsstatistik konnten
rund 3.000 weitere Unterneh-
men entlastet werden.
Das erfreuliche Ergebnis:
Der Zeitaufwand der Betriebe
zur Erfüllung statistischer
Verpflichtungen ging weiter
zurück. Durch die Koopera-
tion von WKÖ und Statistik
Austria konnte die Entlastung
der Betriebe bei gleichzeitiger
Erhaltung einer guten Daten-
qualität erreicht werden.
Weniger
Belastungen
durch statistische
Erhebungen
Bau-Sozialpartner erarbeiten
Bestbieterkriterienkatalog
velle des Bundesvergabegesetzes
2015mit der Einführung des Best-
bieterprinzips bei öffentlichen
Bauau rägen.
Nicht der Preis alleine soll für
einen Zuschlag entscheidend sein,
sondern es muss zumindest ein
weiteres Zuschlagskriterium zur
Ermittlung des zukün igen Auf-
tragnehmers angewandt werden.
Weg vom Preis-,
hin zum Qualitäts-
wettbewerb
Welche Kriterien bei einer Aus-
schreibung konkret eingesetzt
und wie sie zueinander gewichtet
werden, obliegt dabei dem Auf-
traggeber. Die Anforderungen
an die zu beschaffenden Baulei-
stungen aus technischer, kauf-
männischer und rechtlicher Sicht
sind komplex – deshalb haben die
Bau-Sozialpartner mit dem Krite-
rienkatalog eine praxisorientierte
Hilfe geschaffen.
Hans-WernerFrömmel,Bundes-
innung Bau: „Mit der Initiative
‚Faire Vergaben’ und dem Zu-
schlagskriterienkatalog verfolgen
wir ein klares Ziel: Wir wollen für
Dieser Kriterienkatalog für Verga-
ben nach dem Bestbieterprinzip
beinhaltet neben 13 qualitativen
Zuschlagskriterien – acht wirt-
scha liche, drei soziale sowie
zwei ökologische – auch unter-
schiedliche Berechnungsmodelle,
Erläuterungen und Ausschrei-
bungstextbausteine, aus denen
sich öffentliche Au raggeber be-
dienen können.
Diese
„Vergabe-Speisekarte“
für öffentliche Au raggeber geht
auf die Sozialpartner-Initiative
„FAIRE VERGABEN sichern Ar-
beitsplätze!“ zurück und soll die
ausschreibenden Stellen vergabe-
fit machen und Rechtssicherheit
schaffen. Hintergrund ist die No-
Seit März 2016 müssen öf-
fentliche Stellen Bauauf-
träge nach dem Bestbie-
ter- statt dem Billigstbie-
terprinzip ausschreiben.
Damit dies in der Praxis
auch funktioniert, haben
die Bau-Sozialpartner nun
einen Vergabe-Katalog zu-
sammengestellt.
die heimische Baubranche eine
Abkehr vom reinen Preiswettbe-
werb hin zu einem Qualitäts- und
Leistungswettbewerb in Gang
setzen und eine Verbesserung der
Vergabekultur herbeiführen.“
Das sollte auch in anderen Be-
reichen anwendbar sein, fordert
Lothar Roitner, Geschä sführer
des Fachverbands der Elektro- und
Elektronikindustrie (FEEI), und
spricht sich für die verstärkte An-
wendung des Bestbieterprinzips
bei öffentlichen Vergaben aus.
„Gerade bei komplexen Verfahren,
wie sie in der Elektro- und Elektro-
nikindustrie o vorkommen, stellt
das Bestbieterprinzip die bessere
Wahl dar“, erläutert Roitner, „da
nur dadurch ausreichend Rück-
sicht auf die Qualität, Nachhaltig-
keit, lokaleWertschöpfung und im
Endeffekt auch den Gesamtpreis
genommen werden kann."
„
„
Statistik
Fotos (3): WKÖ
Der Katalog steht gratis zum
Download zur Verfügung:
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