NÖ Wirtschaft vom 05. August 2016 / Folge 30/31 - page 10

10 · Niederösterreich ·
Nr. 30/31 · 5.8.2016
Niederösterreichische Wirtscha
Brasilien im olympischen Aufwind
Fotos: Fotolia; WKÖ
Heute, Freitag, am Erscheinungs-
tag der NÖWI, werden in Rio de
Janeiro die 28. Olympischen Spiele
eröffnet. Mehr als 10.500 Athleten
werden in 28 Sportarten gegen-
einander antreten, 21.000 Medien-
vertreter werden beobachten und
berichten. Hier trifft sich die Welt.
Auch aus Österreich reisen vie-
le Gäste an – nicht nur Sportler,
Betreuer und Fans, sondern auch
Wirtscha streibende. Sie nützen
das Umfeld und die positive Stim-
mung der Spiele, um neue Kon-
takte zu knüpfen und Geschä e
zu machen.
Dabei treffen sie auf ein Land
das in den letzten Jahren in einer
tiefen Wirtscha skrise steckte.
„Mit dem politischen Wechsel an
der Spitze Brasiliens geht es jetzt
aber wieder aufwärts“, erklärt
der österreichische Wirtscha s-
delegierte in Sᾶo Paulo, Ingomar
Lochschmidt.
Rezession geht Monat
für Monat zurück
Seit Mai gehen die Wirtscha s-
daten Brasiliens wieder nach
oben. Wurde Anfang des Jahres
noch ein Rückgang der brasilia-
nischen Wirtscha sleistung um
minus vier Prozent prognostiziert,
liegt man heute bei minus 3,2 Pro-
zent. Lochschmidt: „Undwir sehen
den Trend, dass es auch in den
nächsten Monaten bei jeder Pro-
gnose nach oben geht.“ Auch der
Wert des brasilianischen Real leg-
te in den letzten Monaten wieder
um20 Prozent zu. Herausfordernd
bleiben die hohe Arbeitslosigkeit
und die hohen Bankzinsen für die
brasilianischen Unternehmen.
Österreichs Firmen
nutzen ihre Chancen
Im Jahr 2015 exportierten NÖ-
Unternehmen Waren imWert von
71 Millionen Euro nach Brasilien.
Mit der aufstrebenden Tendenz
wird für sie der brasilianische
Markt wieder interessanter.
Auch im Zuge der Olympischen
Spiele haben sie von zusätzlichen
Au rägen profitiert: Das Unter-
nehmen Camcat-Systems aus Re-
kawinkel zog einen besonderen
Au rag an Land: Camcat lieferte
sechs Kameraseilbahnen für die
Übermittlung von spektakulären
Live-Bildern während der Spiele.
Aber auch die Firma Knorr-Bremse
GmbH, Division IFE Automatic
Door Systems aus Kematen an
der Ybbs, rüstete im Vorfeld die
Straßenbahnen und U-Bahn-Züge
in Rio de Janeiro mit High-Tech-
Türen aus.
Aus
gesamtösterreichischer
Sicht stattete Kapsch die neue
U-Bahnlinie in Rio mit einem
Funknetz aus und Doppelmayr
errichtete eine Seilbahn, die ein
Armenviertel mit dem Zentral-
bahnhof verbindet.
Aber nicht nur während der
Olympischen Spiele sind NÖ Fir-
men in Brasilien erfolgreich. Die
Kotányi GmbH aus Wolkersdorf
vertreibt seit 2007 ihre Gewürze
in Brasilien und ist auf nationaler
Ebene im Lebensmitteleinzelhan-
del vertreten. Ihre Gewürze treffen
den Geschmack der Brasilianer
– viele Konsumenten verbinden
Lebensmittel aus Österreich mit
hoherQualität. AuchGLSTanks aus
Heidenreichstein ist mit aus Email
gefertigtenWassertanks einwichti-
ger Partner bei der brasilianischen
Wasserversorgung (siehe S. 11).
„Das zeigt auch langfristig gibt
es für (nieder-)österreichische Be-
triebe inBrasilienviel zuholen”, ist
sich Ingemar Lochschmidt sicher
(siehe Interview unten).
Erfolge, wie sie Athleten aus aller Welt in den kom-
menden 16 Tagen in Rio de Janeiro feiern werden, kann
auch Brasiliens Wirtscha derzeit wieder verzeichnen.
Nach der tiefen Rezession geht es aufgrund des politi-
schen Wechsels wieder Schritt für Schritt aufwärts.
„
Interview mit Ingemar Lochschmidt, Wirtschaftsdelegierter in Brasilien
„Brasilien ist das Land, wo sie sein wollen“
NÖWI: Was
macht den
brasiliani-
schen Markt
aus?
Lochschmidt:
Das Potenzial
ist
gewaltig.
Brasilien ist 100 Mal größer als
Österreich, alle Rohstoffe sind
vorhanden, die Industrie ist gut
ausgebaut und endlich geht es
jetzt wieder aufwärts!
Welche Branchen sind in-
teressant?
Derzeit gehen drei Viertel
unserer Exporte in den High-
Tech-Bereich für die Industrie.
Großes Potenzial sehe ichwieder
im Baubereich, wo nun erstmals
seit Jahren wieder die Zeichen
auf Erholung stehen. Unsere
Firmen können hier mit ihrem
Fachwissen bei energieeffizien-
tem Bauen punkten oder auch
bei Umweltthemen generell wie
der Wasseraufbereitung.
Was raten Sie Unterneh-
men, die in Brasilien Fuß
fassen möchten?
Grundsätzlich ist es das Land,
wo sie als Unternehmer sein
wollen – wegen des angespro-
chenen Potenzials und der Will-
kommenskultur der Brasilianer.
Gleichzeitig ist es ein schwieri-
ger Markt. Ich rate daher allen
Unternehmern: Nehmen Sie mit
uns Kontakt auf, denn wir haben
das Know-how, um Ihre Chancen
auszuloten!
Außenwirtscha sCenter
São Paulo
T
+55 11 30 44 99 44
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Wwko.at/aussenwirtscha /br
Außenwirtscha sBüro
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