"Der Jugend eine Chance"

 

 

Derzeit sind knapp 1500 junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren länger als 6 Monate arbeitslos. Allein das Faktum, dass jemand über ein halbes Jahr arbeitslos ist, stellt ein Vermittlungsproblem dar. Da hier mit den normalen Weiterbildungsmaßnahmen - wie etwa der Teilnahme an AMS-Kursen - nicht mehr das Auslangen gefunden werden kann, ist eine spezielle Hilfestellung für diese Jugendlichen mehr als gerechtfertigt.

Aus diesem Grund hat die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice das Projekt „Der Jugend eine Chance“ initiiert. Dieses innovative Projekt zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass die jugendlichen Teilnehmer einen persönlichen Coach zur Seite gestellt bekommen, der ihnen als Berater und Helfer zur Verfügung steht. Er soll den Jugendlichen begleiten und ihm helfen, einen Job zu erhalten. Hier geht es um ein Höchstausmaß an persönlicher Betreuung und Beratung, die den jungen Menschen wieder Sicherheit geben und eine Eingliederung ins Arbeitsleben ermöglichen soll.

Zielgruppe dieses Projekts sind Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren, die länger als 180 Tage arbeitslos sind und die trotz Aktivierungs-, Beratungs- und Schulungsmaßnahmen durch das AMS kein andauerndes Arbeitsverhältnis finden konnten. Die Teilnehmer werden vom Arbeitsmarktservice ausgewählt und zu einem persönlichen Informationsgespräch eingeladen. Die Teilnahme am Projekt setzt voraus, dass die Jugendlichen schriftlich bekunden, ein Arbeitsverhältnis aufnehmen zu wollen.

Das Projekt „Der Jugend eine Chance“ beinhaltet Maßnahmen zur Vorbereitung auf das Arbeitsverhältnis, Vermittlungs- und Jobakquisitionsaktivitäten, im Bedarfsfall weiterführende Qualifizierungsmaßnahmen sowie Maßnahmen zur Stabilisierung des Arbeitsverhältnisses. Die Projektteilnehmer werden maximal 9 Monate lang betreut, bis 31.8.2006 ist ein laufender Eintritt der Teilnehmer möglich.

Anfang Dezember 2005 startete für die ersten Projektteilnehmer das achtwöchige Qualifizierungs- bzw. Konsolidierungsmodul, das vor allem in den Bereichen Kommunikations- und Verhaltenstraining, Training der Grundrechnungsarten sowie anderer grundlegender Kulturtechniken ansetzt. Damit sollen Wissens- und Qualifikationsdefizite noch im Vorfeld einer Vermittlung bzw. Bewerbung ausgeglichen werden. Weiters bezweckt dieses Modul, den Jugendlichen auch stabile Tagesabläufe und konstruktive soziale Strukturen zu vermitteln, die eine nachhaltige Integration ins Erwerbsleben gewährleisten.

Die wesentliche Arbeit der Coaches in diesem Projekt besteht darin, einerseits den Kontakt zu ihren Schützlingen permanent zu halten, und andererseits konkrete Jobs zu akquirieren und zusätzliche Defizite durch Schulungsmaßnahmen auszugleichen. Im Bedarfsfall holen sie die Projektteilnehmer auch von zu Hause ab und begleiten sie zu Bewerbungsgesprächen, was dem diesem Projekt zugrunde liegenden Prinzip der „aufsuchenden Vermittlungsunterstützung“ entspricht.

Im Vordergrund des Projekts „Der Jugend eine Chance“ steht eine pragmatische und zielorientierte Vermittlung. Im Bedarfsfall wird die berufliche Integration durch betriebliche Praktika eingeleitet. Darüber hinaus können gegebenenfalls auch weiterführende Qualifikationen durch Zuweisung zu AMS-Kursen erworben werden. Den Unternehmen steht für die Einstellung der jugendlichen Projektteilnehmer grundsätzlich das gesamte Förderspektrum des Arbeitsmarktservice zur Verfügung.

Um die Nachhaltigkeit der Vermittlung zu erreichen, organisiert der Coach nicht nur die Arbeitsaufnahme des Jugendlichen, sondern begleitet diesen in der Folge durch einen längeren Zeitraum mittels Einzelcoaching. In den ersten vier Wochen ab Arbeitsaufnahme werden die Jugendlichen sogar mindestens zwei Mal wöchentlich zur arbeitsfreien Zeit gecoacht, um etwaige, sich anbahnende Schwierigkeiten bereits im Vorfeld auszuräumen. Erfahrungen aus Pilotprojekten haben gezeigt, dass die ersten beiden Monate die „kritische Phase“ darstellen. Wer in den ersten beiden Monaten im Job bleibt, der hat es im Regelfall geschafft, auf Dauer in Beschäftigung zu bleiben.

Durch das von der Wirtschaftskammer initiierte Projekt „Der Jugend eine Chance“ können Sie einen nachhaltigen Beitrag dazu leisten, unseren Jugendlichen das nötige Rüstzeug für ihre berufliche Zukunft zu geben. Sie schaffen mit Ihrem gesellschaftspolitischen Engagement nicht nur einen wertvollen Arbeitsplatz, sondern eröffnen Jugendlichen neue Zukunftsperspektiven.