Klimaschutz - Kyoto-Protokoll |
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Grundinformation
Kyoto-Protokoll
Strategien zur Erreichung des Kyoto-Zieles in Österreich
Position der Wirtschaft zur Klimapolitik
Wirtschaftskammer Österreich - Klimaschutz aktiv
Länderspezifische Informationen
Aktuell:
Neben der Belastung durch die "klassischen" Luftschadstoffe gewinnt zunehmend die Frage einer möglichen globalen Klimaänderung durch die Emission von sogenannten Treibhausgasen ("Treibhauseffekt") an Bedeutung.
Unter Treibhauseffekt versteht man die Tatsache, dass bestimmte Gase ("Treibhausgase") durch Absorption des von der Erdoberfläche reflektierten Sonnenlichtes eine Erwärmung der Atmosphäre bewirken. Dieser Effekt ist Voraussetzung für jedes menschliche Leben auf der Erde, da ohne ihn die durchschnittliche Temperatur unter 0 °C liegen würde.
Eine Konzentrationserhöhung natürlicher Treibhausgase (Kohlendioxid, Methan, Lachgas oder Ozon) und die Emission anderer Treibhausgase (zB fluorierte Kohlenwasserstoffe) durch menschliche Aktivitäten bewirken jedoch eine Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes. Seine Auswirkungen sind über kurze Zeiträume messtechnisch nicht erfassbar, da sie von natürlichen Temperatur- und Klimaschwankungen überlagert werden. Auch Modellrechnungen sind aufgrund der komplexen Vorgänge in der Atmosphäre äußerst unsicher, ergeben jedoch bei unverminderten Emissionen mehrheitlich für weite Bereiche der Erde einen deutlichen Temperaturanstieg.
Nähere Informationen zum Thema Klimaschutz sind auch auf der Homepage des Netzwerks der Klimaschutzkonvention (UNFCC) oder der Seite des Österreichischen Klimabeirats (ACCC) abrufbar.
Die Generaldirektion Umwelt informiert im Internet ausführlich über die Klimaschutzaktivitäten der EU.
Die Befürchtungen über katastrophale Auswirkungen auf das Weltklima führten im Dezember 1997 zur Verabschiedung eines Internationalen Übereinkommens über die Reduktion der von Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen ("Kyoto-Protokoll"). Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich dabei zu einer Emissionsreduktion von relevanten Treibhausgasen (Kohlendioxid CO2, Methan CH4, Lachgas N2O, teilfluorierte Kohlenwasserstoffe HFC, vollfluorierte Kohlenwasserstoffe PFC sowie Schwefelhexafluorid SF6) um 8 % bis zum Jahr 2010 verpflichtet. Im Rahmen der EU-internen Lastenaufteilung hat Österreich allerdings eine Reduktionsverpflichtung von 13 % übernommen.
Aufgrund der verglichen mit anderen Industriestaaten geringen Treibhausgasemissionen in Österreich (bezogen auf die Bevölkerungszahl) wird Österreich besondere Anstrengungen benötigen, dieses Ziel auch tatsächlich zu erreichen.
Während speziell die Emissionen von CO2 und CH4 in Österreich schon länger ermittelt werden, war über die im Kyoto-Protokoll miterfassten Treibhausgase HFC, PFC und SF6 bisher wenig bekannt. Der Kyoto-Fortschrittsbericht des Umweltbundesamtes enthält Emissionsdaten und zeitliche Trends für alle Treibhausgase nach dem Kyoto-Protokoll samt Auswertungen nach Verursachergruppen.
Die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch Österreich wurde im Frühjahr 2002 vom Parlament beschlossen.
Strategien zur Erreichung des Kyoto-Zieles in Österreich
In Österreich wurden im Bezugsjahr 1990 ca. 77 Millionen Tonnen Treibhausgase emittiert (als CO2-Äquivalent berechnet). Ohne spezielle Gegenmaßnahmen ist bis 2010 ein Anstieg auf ca. 83 Millionen Tonnen zu erwarten. Zur Erreichung des Kyoto-Zieles von 67 Millionen Tonnen pro Jahr ab 2010 ist daher eine Reduktion um ca. 16 Millionen Tonnen gegenüber dem erwarteten Trend erforderlich.
Die Österreichische Kommunalkredit AG hat in der "Kyoto-Optionen-Analyse" untersucht, wie das Kyoto-Ziel in Österreich erfüllt werden könnte. Die Analyse kommt zu einem zusätzlichen Investitionsbedarf von jährlich 16,5 bis 18,7 Mrd ATS auf die Dauer von zehn Jahren. Als notwendige Anreizfinanzierung werden jährlich 3,67 bis 4,57 Mrd ATS ermittelt. Die Umsetzung der Maßnahmen soll insgesamt einen positiven Beschäftigungseffekt von mindestens 14.000 Beschäftigten über zehn Jahren bewirken.
Das Umweltministerium hat auf Grundlage der Kyoto-Optionen-Analyse die "Strategie Österreichs zur Erreichung des Kyoto-Zieles" ausgearbeitet. Damit sollen in den verschiedenen Bereichen folgende Reduktionen erzielt werden (Angabe in CO2-Äquivalenten):
Auch dieses Dokument (ca. 100 Seiten) kann bei Interesse in der aktuellen Fassung (Ministerratsbeschluss vom 18.6.2002 pdf-Format 290 KB) ebenso abgerufen werden wie die Stellungnahme der Wirtschaftskammer Österreich zur Klimastrategie.
Ministerratsvorträge der Minister Molterer und Grasser vom 7. September 2000 sowie vom 10. Juli 2001 bzw. 4. September 2001 bzw. 18. Juni 2002 dokumentieren die Regierungslinie zur Kyotostrategie Österreichs, insbesondere auch zur Finanzierungsfrage sowie zu den Konsequenzen der Bonner Klimakonferenz.
Konkreten Umsetzungsschritte (Änderung von Landes- und Bundesgesetzen, Änderungen im Förderwesen etc.) sollen nun dem Beschluss der Klimastrategie folgen.
Nach den vorliegenden Daten muss Österreich zur Erfüllung des Kyoto-Ziels auch die "flexiblen Mechanismen" nutzen (Handel mit Emissionsberechtigungen für Treibhausgase - Emission Trading ET, Gemeinschaftsprojekte zwischen Industriestaaten - Joint Implementation JI, Gemeinschaftsprojekte zwischen Industrie- und Entwicklungsstaaten - Clean Development Mechanism CDM).
Eine Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich (Kurzfassung online abrufbar) durchleuchtet diesen Richtlinienvorschlag und gibt Empfehlungen für die weitere Vorgangsweise, um Belastungen möglichst zu vermeiden und die Chancen flexibler Instrumente optimal zu nutzen.
Position der Wirtschaft zur Klimapolitik
In einem Positionspapier werden die Wünsche der österreichischen Wirtschaft an eine integrierte Klimapolitik dargestellt.
Zur branchenübergreifenden Interessenvertretung für eine wirtschaftsorientierten Umsetzung des Klimaschutzes wurde in der Wirtschaftskammer Österreich der Dachverband Energie-Klima eingerichtet. Er ist Ansprechpartner der Wirtschaft in Fragen der erneuerbaren Energie und des Klimaschutzes.
Weitere Informationen der Wirtschaftskammer Österreich zu Klimaschutz und Emissionshandel finden Sie auf der Seite Klimaschutz aktiv - Emissionshandel.
Länderspezifische Informationen
Auch verschiedene Bundesländer bieten spezifische Informationen zum Thema Klimaschutz im Internet an. Im übrigen informieren Sie die zuständigen Mitarbeiter der jeweiligen Landeskammer.
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© Letzte Aktualisierung:
22.04.2004